Podcast Projektmanagement & PMO https://www.theprojectgroup.com/podcast-projektmanagement/ TPG The Project Group Tue, 16 Dec 2025 16:55:40 +0000 de hourly 1 https://wordpress.org/?v=6.4.7 #155 Herausforderungen im Projektumfeld der Energiebranche https://www.theprojectgroup.com/podcast-projektmanagement/herausforderungen-energiebranche/ https://www.theprojectgroup.com/podcast-projektmanagement/herausforderungen-energiebranche/#respond Tue, 30 Dec 2025 07:00:00 +0000 https://www.theprojectgroup.com/podcast-projektmanagement/?p=5289 Herzlich willkommen zu einer neuen Folge des TPG Podcasts! Heute sprechen wir über ein Thema, das aktueller kaum sein könnte: die Herausforderungen im Projektumfeld der Energiebranche. Die Energiewende, der zunehmende Regulierungsdruck und der technologische Wandel stellen Unternehmen vor enorme Umbrüche – und damit auch ihre Projektlandschaften. Wie kann man in diesem Umfeld erfolgreich Projekte managen? […]

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Herzlich willkommen zu einer neuen Folge des TPG Podcasts!

Heute sprechen wir über ein Thema, das aktueller kaum sein könnte: die Herausforderungen im Projektumfeld der Energiebranche. Die Energiewende, der zunehmende Regulierungsdruck und der technologische Wandel stellen Unternehmen vor enorme Umbrüche – und damit auch ihre Projektlandschaften.

Wie kann man in diesem Umfeld erfolgreich Projekte managen? Welche Kompetenzen sind gefragt, und wie verändert sich das Projektmanagement in einer Branche, die sich im permanenten Wandel befindet?

Darüber spreche ich heute mit Projektmanagement-Experten und Branchenkenner Dr. Thomas Henkelmann. Er gibt uns spannende Einblicke, wie Projekte in dieser dynamischen Branche gesteuert werden – zwischen politischem Druck, wirtschaftlichen Herausforderungen und technologischem Fortschritt.

Viel Spaß beim Zuhören!

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Und noch eine Bitte zum Schluss: Wir freuen uns, wenn Sie unseren Podcast mit 5 Sternen Bewerten und in Ihrem Netzwerk weiterempfehlen. Vielen Dank!

Tina Ciotola


Mit Dr. Thomas Henkelmann

Dr. Thomas Henkelmann war seit Mai 2004 Associate Partner bei TPG The Project Group. Seit Januar 2019 ist er geschäftsführender Gesellschafter. Seminare, Schulungen und Implementierungskonzepte für Enterprise Project Management mit Microsoft Project waren die Schwerpunkte der Tätigkeit von Dr. Thomas Henkelmann in den letzten Jahren. Jetzt liegt dieser auf Consulting und Vertrieb.

Hier geht es zum LinkedIn-Profil:
https://www.linkedin.com/in/dr-thomas-henkelmann-1263222/


Sprungmarken

00:00Intro & Einordnung: Warum die Energiebranche im Umbruch ist 01:33Wie hat sich das Projektumfeld in der Energiebranche verändert? 02:15Was sind die größten Herausforderungen für Projektmanager:innen? 03:24Wie wirken sich Energiewende & Versorgungssicherheit auf Projektziele aus? 04:32Typische Stolpersteine: Genehmigungen, Stakeholder & Politik 06:21Wie beeinflussen Förderprogramme die Projektplanung? 07:43Fehlt eine klare Strategie in der Energiebranche? 08:53Wie gelingt die Balance zwischen kurzfristigen Effizienzprojekten und langfristiger Transformation? 10:52Welche Rolle spielt Projektportfoliomanagement in dieser Dynamik? 14:11Neue Akteure & Kooperationen im Energiesektor – was verändert sich? 16:36Interdisziplinäre Zusammenarbeit: neue Rollen, neue Chancen? 19:45Was kann die Energiebranche von anderen Branchen lernen? 21:14Wo steht die Digitalisierung in der Energiebranche wirklich? 24:00Welche Rolle spielen KI & neue Technologien im Projektmanagement? 27:31Lernkultur & Wissensmanagement bei langfristigen Projekten 33:06Zukunft & Risiken des Projektmanagements in der Energiebranche

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Podcast-Zusammenfassung: Herausforderungen im Projektumfeld der Energiebranche

Warum Projektmanagement in der Energiebranche neu gedacht werden muss

Die Energiebranche steht unter enormem Druck. Sie soll die Energiewende vorantreiben, Versorgungssicherheit gewährleisten und gleichzeitig steigende regulatorische, wirtschaftliche und gesellschaftliche Anforderungen erfüllen. Politische Vorgaben ändern sich teils im Quartalsrhythmus, technologische Entwicklungen beschleunigen sich rasant – und viele Projekte laufen über Zeiträume, in denen sich Marktbedingungen, Förderlogiken und politische Mehrheiten mehrfach verändern.

In der Podcastfolge „Herausforderungen im Projektumfeld der Energiebranche“ spreche ich mit Dr. Thomas Henkelmann, der seit vielen Jahren Energieversorger, Netzbetreiber und Stadtwerke bei großen und komplexen Projekten begleitet. Im Gespräch wird deutlich: Klassisches Projektmanagement stößt in dieser Branche zunehmend an seine Grenzen. Stattdessen gewinnen strategische Steuerung, Projektportfoliomanagement, Lernkultur und digitale Unterstützung massiv an Bedeutung.

Dieser Artikel fasst die wichtigsten Erkenntnisse aus dem Gespräch zusammen – kompakt, praxisnah und mit Blick auf die Realität in Unternehmen. Viel Freude beim Lesen!

Energiewende als zentraler Komplexitätstreiber

Die Energiewende ist mehr als ein politisches Ziel – sie ist der zentrale Komplexitätstreiber für Projekte in der Energiebranche. Während früher einzelne Anlagen, Leitungen oder Bauvorhaben im Fokus standen, geht es heute um hochvernetzte Energiesysteme. Strom, Wärme, Photovoltaik, Windenergie und Speicherlösungen müssen gemeinsam geplant, aufeinander abgestimmt und wirtschaftlich bewertet werden.

Hinzu kommt: Diese Systeme unterliegen unterschiedlichen gesetzlichen Vorgaben, Förderlogiken und technischen Abhängigkeiten. Projektziele sind damit nicht mehr statisch, sondern verändern sich im Laufe der Zeit. Neue Regularien, veränderte Marktpreise oder gesellschaftliche Erwartungen wirken direkt auf Projektprioritäten.

Für Projektmanager:innen bedeutet das einen Paradigmenwechsel. Planung ist nicht mehr nur ein einmaliger Akt zu Projektbeginn, sondern ein kontinuierlicher Prozess. Die Fähigkeit, mit Unsicherheit umzugehen und flexibel nachzusteuern, wird zu einer Schlüsselkompetenz.

Projektmanagement unter permanentem Regulierungsdruck

Eine der größten Belastungen im Projektalltag ist der stetig steigende Regulierungsdruck. Projektleiter:innen sollen verlässliche Termin-, Budget- und Ressourcenpläne erstellen – häufig für Projekte mit Laufzeiten von fünf, zehn oder sogar zwanzig Jahren. Gleichzeitig kommen fortlaufend neue Gesetze, Verordnungen und EU-Richtlinien hinzu, die bestehende Annahmen infrage stellen.

Das führt zu einem strukturellen Dilemma: Abweichungen von ursprünglichen Planungen sind fast unvermeidlich, werden aber dennoch kritisch bewertet – intern wie extern. Projekte geraten unter Rechtfertigungsdruck, obwohl viele Einflussfaktoren außerhalb des direkten Handlungsspielraums liegen.

Diese Situation erzeugt nicht nur organisatorische, sondern auch persönliche Belastungen. Projektmanagement wird in der Energiebranche zunehmend zu einer Rolle, die neben fachlicher Kompetenz auch hohe kommunikative und mentale Stärke erfordert.

Genehmigungen, Stakeholder und politische Unsicherheit

Typische Stolpersteine zeigen sich immer wieder in drei Bereichen: Genehmigungen, Stakeholdermanagement und politische Rahmenbedingungen.

Genehmigungsverfahren sind komplex, langwierig und schwer planbar. Unterschiedliche Behörden, Zuständigkeiten und Interessenlagen treffen aufeinander. Bürgerinitiativen, Umweltauflagen oder nachträgliche Prüfungen können Projekte erheblich verzögern – selbst dann, wenn sie fachlich gut vorbereitet sind.

Gleichzeitig wächst die Zahl der Stakeholder. Neben Auftraggebern und Behörden spielen Investoren, Kommunen, Bürger:innen und Verbände eine immer größere Rolle. Projektkommunikation wird damit zu einem eigenständigen Erfolgsfaktor, der frühzeitig und systematisch eingeplant werden muss.

Erschwerend kommt politische Unsicherheit hinzu. Förderprogramme, Ausbauziele oder Technologieentscheidungen können sich kurzfristig ändern. Für langfristige Infrastrukturprojekte stellt sich damit immer wieder die Frage: Wie belastbar sind heutige Entscheidungen für Investitionen, die sich erst in Jahrzehnten rechnen?

Kurzfristige Effizienz versus langfristige Transformation

Energieunternehmen bewegen sich permanent zwischen zwei Polen. Einerseits müssen bestehende Anlagen optimiert, Effizienzpotenziale gehoben und kurzfristige Maßnahmen umgesetzt werden. Diese Projekte liefern schnelle Effekte und sind oft wirtschaftlich gut kalkulierbar.

Andererseits stehen langfristige Transformationsprojekte an: Dekarbonisierung, Netzausbau, neue Energiequellen und Speichertechnologien. Diese Vorhaben sind kapitalintensiv, risikobehaftet und ihre Amortisation liegt oft weit in der Zukunft.

Der zentrale Konflikt: Ressourcen – Budget, Personal, Aufmerksamkeit – sind begrenzt. Ohne klare strategische Leitplanken droht ein Ungleichgewicht, bei dem entweder kurzfristige Maßnahmen dominieren oder langfristige Investitionen die Organisation überfordern.

Projektportfoliomanagement als strategischer Schlüssel

An diesem Punkt wird Projektportfoliomanagement zum entscheidenden Hebel. Es schafft Transparenz darüber, welche Projekte tatsächlich laufen, welchen strategischen Beitrag sie leisten und wie sie miteinander in Beziehung stehen.

Ein professionelles Projektportfoliomanagement ermöglicht:

  • bewusste Priorisierung statt reaktiver Einzelentscheidungen
  • flexible Reaktion auf Verzögerungen oder regulatorische Änderungen
  • eine ausgewogene Verteilung von Ressourcen über unterschiedliche Zeithorizonte

Es geht nicht mehr nur darum, Projekte effizient umzusetzen. Die zentrale Frage lautet: Machen wir die richtigen Projekte – zur richtigen Zeit und im richtigen Mix?

Neue Akteure, neue Formen der Zusammenarbeit

Die Energiebranche erlebt derzeit einen tiefgreifenden Rollenwandel. Stadtwerke entwickeln sich von klassischen Versorgern zu digitalen Dienstleistern. Start-ups bringen innovative Geschäftsmodelle ein. Tech-Unternehmen liefern Daten-, Plattform- und KI-Lösungen. Netzbetreiber sichern Stabilität und Resilienz der Infrastruktur.

Diese Vielfalt verändert die Projektarbeit grundlegend. Projekte werden interdisziplinärer, organisationsübergreifender und datengetriebener. Klassische Silos stoßen an ihre Grenzen.

Digitale Projektmanagement- und Kollaborationsplattformen ermöglichen erstmals, alle Beteiligten frühzeitig einzubinden – von Behörden über Partnerunternehmen bis hin zu Grundstückseigentümern. Das erhöht Transparenz, beschleunigt Abstimmungen und reduziert Reibungsverluste.

Digitalisierung und KI als Enabler für Steuerung und Prognose

Digitalisierung ist in der Energiebranche oft weiter fortgeschritten, als es von außen wirkt. Asset-Management-Systeme, IoT-Anwendungen und vernetzte Datenplattformen liefern detaillierte Informationen über Netze, Anlagen und Verbrauch.

Künstliche Intelligenz erweitert diese Möglichkeiten erheblich. Sie kann Muster erkennen, Szenarien simulieren und Risiken prognostizieren – etwa in der Ressourcenplanung, bei Genehmigungsrisiken oder wetterabhängigen Bauphasen.

Gerade in komplexen Projektlandschaften hilft KI, fundiertere Entscheidungen zu treffen. Wichtig ist dabei ein verantwortungsvoller Einsatz: mit klaren Governance-Regeln, Datensicherheit und nachvollziehbaren Ergebnissen.

Lernkultur und Wissensmanagement als unterschätzter Hebel

Viele Energieprojekte dauern Jahre oder Jahrzehnte. Wer erst am Projektende aus Erfahrungen lernt, verschenkt enormes Potenzial. Erfolgreiche Organisationen sammeln Lessons Learned kontinuierlich und projektbegleitend – auch dann, wenn Dinge nicht wie geplant laufen.

Das setzt eine offene Fehlerkultur voraus. Lernen funktioniert nur dort, wo Erfahrungen geteilt werden dürfen, ohne Schuldzuweisungen befürchten zu müssen. Ergänzt wird das durch Mentoring-Modelle, Erfahrungsrollen in neuen Projekten und systematisches Wissensmanagement.

Das Wissen ist meist vorhanden – verteilt in den Köpfen der Mitarbeitenden. Die Kunst besteht darin, es sichtbar, zugänglich und nutzbar zu machen.

Ausblick: Projektmanagement als Stabilitätsfaktor der Transformation

Dr. Thomas Henkelmann sieht die Energiebranche an einem entscheidenden Punkt. Die Komplexität wird weiter steigen, ebenso die Geschwindigkeit des Wandels. Projektmanagement wird damit zu einem zentralen Stabilitätsfaktor – für Unternehmen, Mitarbeitende und die gesamte Transformation.

Wer strategisch priorisiert, Portfolio-Transparenz schafft, Digitalisierung nutzt und Lernen ermöglicht, kann auch unter unsicheren Rahmenbedingungen handlungsfähig bleiben. Denn am Ende geht es nicht um perfekte Planung, sondern um die Fähigkeit, sich wirksam anzupassen.


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#154 Überleben mit Projektmanagement – spannender Businessthriller (mit E-Kurs) https://www.theprojectgroup.com/podcast-projektmanagement/ueberleben-mit-projektmanagement/ https://www.theprojectgroup.com/podcast-projektmanagement/ueberleben-mit-projektmanagement/#respond Tue, 16 Dec 2025 07:00:00 +0000 https://www.theprojectgroup.com/podcast-projektmanagement/?p=5277 Willkommen zu einer neuen Folge des TPG Podcasts!Heute geht es um ein Buch, das zeigt, wie spannend und menschlich Projektmanagement sein kann – selbst, wenn es ums Überleben geht. Mein Gast ist Claudia Lampert, zertifizierte Projektmanagerin, Autorin und Trainerin. Sie hat ihr neues Buch „Überleben mit Projektmanagement“ gerade auf der Frankfurter Buchmesse vorgestellt. Worum geht […]

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Willkommen zu einer neuen Folge des TPG Podcasts!
Heute geht es um ein Buch, das zeigt, wie spannend und menschlich Projektmanagement sein kann – selbst, wenn es ums Überleben geht. Mein Gast ist Claudia Lampert, zertifizierte Projektmanagerin, Autorin und Trainerin. Sie hat ihr neues Buch „Überleben mit Projektmanagement“ gerade auf der Frankfurter Buchmesse vorgestellt.

Worum geht es? In diesem außergewöhnlichen Business-Roman strandet ein Team von Unternehmensberaterinnen und -beratern auf einer einsamen Insel – und muss dort mit Projektmanagement-Wissen ums nackte Überleben kämpfen. Zwischen Konflikten, Führungsfragen und Teamdynamiken vermittelt Claudia praxisnahes PM-Wissen und macht gleichzeitig deutlich: Projekte scheitern nicht an Prozessen, sondern an Menschen

Das Buch kombiniert eine fesselnde Geschichte mit einem integrierten eLearning-Kurs und über 100 Lernfolien – ein innovativer Ansatz, um Projektmanagement lebendig zu erleben und zu lernen.

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Tina Ciotola


Mit Claudia Lampert

Claudia Lampert ist zertifizierte und passionierte Projektmanagerin mit vielen Jahren Berufserfahrung in klassischen und agilen Projekten. Aufbauend auf ihr Studium der Kultur- und Wirtschaftswissenschaften sowie Management, führte sie zahlreiche Projektteams und sammelte wertvolle Erfahrungen in der Projektarbeit. Sie baute ihre Expertise in der Beratungsbranche, in einem Start-up, der freien Wirtschaft und im öffentlichen Dienst auf und ist aktuell im Projektcontrolling tätig.

Hier geht es zum Profil: linkedin.com/in/claudia-lampert


Sprungmarken

00:00Intro 00:28Überleben mit Projektmanagement 01:31Entstehungsidee des Romans 02:11Business Fiction statt trockener Theorie 04:14Figuren & typische PM-Herausforderungen 06:10Die Insel als Metapher für Projektarbeit 07:00Projektprobleme aus der Realität 09:23Werte, Zusammenarbeit & warum Projekte an Menschen scheitern 11:03Aufbau: Roman, Lernfolien & E-Learning-Kurs 14:20Storytelling: Warum Wissen in Geschichten besser bleibt 15:42Praxis: Klassisch, agil, hybrid – was passt wirklich? 17:03Schlüsselkompetenzen & typische Stolpersteine 18:10Persönliche Erfahrungen der Autorin im Buch 20:25Entwicklung der Protagonistin Linda 21:31Drei PM-Prinzipien für die „Projektinsel“ 22:53Wichtigste Botschaft

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Weiterer Podcast mit Claudia Lampert: #145 Projektcontrolling – Braucht es Kaufmännische Projektleiter überhaupt?https://www.theprojectgroup.com/podcast-projektmanagement/warum-projektcontrolling/

Business-Roman zum Thema Changemanagement: Der Wandel – Change ist auch nur ein Projekt (Buchtipp) https://www.theprojectgroup.com/podcast-projektmanagement/change-ist-auch-nur-ein-projekt/


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Podcast-Zusammenfassung: Überleben mit Projektmanagement – Ein Roman, der zeigt, woran Projekte wirklich scheitern

Projektmanagement entscheidet nicht nur über den Erfolg beruflicher Vorhaben – es kann im übertragenen Sinne sogar über das „Überleben“ eines Teams bestimmen. Genau das zeigt das außergewöhnliche Buch Überleben mit Projektmanagement von Claudia Lampert. Der Roman, der auf der Frankfurter Buchmesse vorgestellt wurde, verbindet eine dramatische Abenteuergeschichte mit fundiertem Wissen aus der modernen Projektpraxis. Auf einer einsamen Insel gestrandet, kämpfen Beraterinnen und Berater nicht nur mit der Natur, sondern vor allem mit den typischen Herausforderungen, die jedem Projekt bekannt vorkommen: unklare Rollen, Machtfragen, Konflikte, Missverständnisse und der Umgang mit Stress. Die Geschichte wird zum Spiegel der Projektwelt — und macht gleichzeitig deutlich: Nicht Methoden lassen Projekte scheitern, sondern Menschen.

1. Projektmanagement als universelles Werkzeug – selbst im Dschungel

Eine Kernaussage des Romans lautet: Projektmanagement ist überall nützlich. Es hilft nicht nur im Büro, wenn es um Zeitpläne, Rollenverteilung oder Priorisierung geht, sondern ebenso im privaten Alltag. Ob Sie eine Feier planen, eine Reise vorbereiten oder eine größere Anschaffung organisieren – Sie tun all das eigentlich mit Projektdenken, nennen es nur anders. Genau deshalb hat die Autorin die Geschichte bewusst an einen „absurden Ort“ verlegt: eine einsame Insel, auf der ein Team mit Projektwissen ums blanke Überleben kämpft.

Die Metapher wird zur Botschaft: Wer PM versteht, kann Ordnung in Chaos bringen – selbst unter extremen Bedingungen. Die Figuren lernen schnell, dass Überleben nicht durch Echtholz-Werkzeuge, sondern durch Struktur ermöglicht wird: Aufgaben werden in Pakete geschnürt, Prioritäten gesetzt, Ressourcen verteilt. In dieser Konstruktion zeigt sich, wie elementar PM-Know-how ist, wenn ein Team sich orientieren muss. Gleichzeitig wird deutlich, wie oft im realen Berufsalltag die gleichen Mechanismen greifen – nur sind dort die Konsequenzen weniger dramatisch, aber genauso folgenreich.

2. Warum eine Geschichte mehr vermittelt als ein klassisches Fachbuch

Lampert wählte bewusst die Romanform, um zu zeigen, dass Projektmanagement nicht trocken, sondern lebendig, menschlich und emotional erfahrbar ist. Projekte bestehen aus Menschen – und Menschen handeln nie linear oder nach Checkliste. Eine fesselnde Geschichte aktiviert Emotionen, Bilder und Empathie. Sie ermöglicht, dass sich Konzepte intuitiv einprägen, weil sie im Kopf eine Verbindung zu Situationen herstellen, die man selbst kennen könnte.

Storytelling wirkt wie ein Katalysator für Lernen: Unser Gehirn verankert Wissen besser, wenn es in einem Kontext steht. Die Autorin beschreibt, dass sie selbst schon in der Schulzeit Inhalte leichter behalten konnte, wenn sie sie in Geschichten eingebettet hat. Nun setzt sie dieses Prinzip konsequent in ihrem Buch um. Neben der Handlung enthält das Werk rund hundert fett markierte Fachbegriffe, die am Ende jedes Kapitels erklärt werden. Der integrierte E-Learning-Kurs vertieft das Verständnis zusätzlich. So entsteht ein Dreiklang aus Unterhaltung, Fachwissen und Reflexion, der für Einsteiger wie Fortgeschrittene funktioniert.

3. Die Handlung: Ein Team, das erst scheitert – und dann wächst

Die Geschichte folgt einer Gruppe von Unternehmensberaterinnen und Beratern, die für einen besonders erfolgreichen Projekteinsatz mit einem Segeltörn belohnt werden. Während eines Strandausflugs taucht die Bootscrew allerdings nicht mehr auf. Das Team realisiert: Es ist gestrandet. Chaos entsteht. Niemand weiß, was passiert ist, Rollen lösen sich auf, Machtfragen werden laut, Unsicherheiten wachsen.

Im Mittelpunkt steht Linda, eine neue Praktikantin. Anfangs zurückhaltend und introvertiert, beobachtet sie viel, lernt still mit und findet zunehmend ihren Platz im Team. Ihre Entwicklung zeigt, wie wichtig es ist, Menschen wachsen zu lassen und ihnen zutrauen, Verantwortung zu übernehmen. Die Insel wird zur Projektwelt im Kleinformat: Erst dominieren Konflikte, Missverständnisse und unklare Zuständigkeiten. Doch mit der Zeit begreift das Team, dass es nur mit Struktur weiterkommt. Es beginnt, Aufgaben zu priorisieren, Arbeitspakete zu schnüren, Ressourcen sinnvoll zu nutzen und eine gemeinsame Richtung einzuschlagen.

Dieser Prozess verläuft nicht reibungslos. Die Figuren spiegeln reale Teamdynamiken: Führungsschwäche, übertriebener Ehrgeiz, verdeckte Machtspiele, aber auch Solidarität, Mut und gegenseitige Unterstützung. Lampert betont, dass sie keine Situationen erfunden hat, sondern alles auf Erfahrungen beruht, die sie selbst in Projekten erlebt hat.

4. Die Insel als Metapher für den Projektalltag

Die besondere Stärke des Romans liegt darin, dass die Insel wie ein Brennglas wirkt. Alles, was in Projekten stören kann, wird dort sichtbarer, härter, unausweichlicher.

So finden sich typische Projektprobleme wieder:

  • Informationen werden versteckt oder unzugänglich abgelegt — im Roman ist es das Essen, im Büro vielleicht ein wichtiges Dokument.
  • Ressourcen fallen plötzlich aus — auf der Insel durch einen Unfall, im Alltag durch Krankheit oder Kündigung.
  • Doppelarbeit entsteht — weil niemand koordiniert oder kommuniziert, wer was übernimmt.
  • Rollen sind unklar — und ein Machtvakuum führt zu Spannungen.

Diese Beispiele zeigen, wie schnell Projekte entgleisen können, wenn grundlegende Prinzipien wie Transparenz, Rollenklärung und Abstimmung nicht berücksichtigt werden. Die Insel bringt diese Herausforderungen auf eine existenzielle Ebene — und macht sichtbar, wie viel reale Projekte mit „Überlebenstraining“ gemeinsam haben.

5. Werte als unsichtbare Erfolgsfaktoren

Ein zentraler Gedanke des Romans lautet: Projekte scheitern nicht an Prozessen, sondern an Menschen. Und Menschen arbeiten besser zusammen, wenn sie Werte teilen.

Lampert beschreibt, dass sie bereits in extrem gut laufenden Projekten erlebt hat, wie sich eine konstruktive, motivierende Atmosphäre entfalten kann, wenn gemeinsame Werte gelebt werden: Respekt, Loyalität, Engagement, Zielorientierung. Diese Werte sorgen dafür, dass sich Teams unterstützen, Konflikte konstruktiv lösen und Verantwortung teilen.

Umgekehrt entstehen Spannungen oft dort, wo Werte verletzt werden. Das gilt im Roman wie im Arbeitsalltag. Transparenz, psychologische Sicherheit und gegenseitiges Vertrauen bilden die Basis funktionierender Zusammenarbeit. Die Insel zeigt, wie schnell Teams ohne diesen Rahmen auseinanderbrechen können — und wie kraftvoll sie werden, wenn diese Grundlagen stimmen.

6. Transparenz und psychologische Sicherheit als Basis guter Zusammenarbeit

Transparente Kommunikation ist das Rückgrat jedes erfolgreichen Projekts. Nur wenn Teams sich trauen, offen zu sprechen — über Fehler, Risiken, Sorgen und Ideen — kann sich eine konstruktive Dynamik entwickeln. Psychologische Sicherheit bedeutet, dass niemand befürchten muss, abgewertet oder bloßgestellt zu werden, wenn er etwas anspricht.

Der Roman macht deutlich, wie schwer es vielen fällt, offen zu kommunizieren, wenn Druck im Raum steht. Doch erst als die Figuren beginnen, Informationen zu teilen und aktiv miteinander in Austausch zu treten, entsteht Stabilität. Auch reale Projekte erleben genau dies: Sobald Kommunikation stockt, eskalieren Konflikte, Missverständnisse häufen sich und Entscheidungen werden fragil.

Die Insel wird so zum Lehrstück darüber, wie wichtig offene, klare Kommunikation und eine sichere Atmosphäre für den Projekterfolg sind — selbst oder gerade dann, wenn die Situation schwierig wird.

7. Klassisch, agil oder hybrid? – Die richtige Methode für den richtigen Kontext

Lampert setzt sich im Roman und im Gespräch mit der Frage auseinander, welche Projektmethoden wann sinnvoll sind. Sie betont, dass sowohl klassische als auch agile Ansätze ihre Berechtigung haben — abhängig von Art, Ziel und Kontext des Projekts. Bauprojekte funktionieren meist klassisch, während IT-Entwicklung häufig agil organisiert wird.

Sie warnt jedoch vor einem inflationären Gebrauch des Begriffs „hybrid“. Ein klassisches Projekt wird nicht automatisch hybrid, nur weil täglich ein Stand-up abgehalten wird. Ebenso wenig ist ein agiles Projekt hybrid, wenn später ein klassischer Prototyp gebaut wird. Entscheidend ist die bewusste Wahl der Methode und die Frage, ob das Unternehmen reif für den jeweiligen Ansatz ist.

Diese Reflexion zeigt, wie wichtig es ist, Methoden nicht blind anzuwenden, sondern sie bewusst im Kontext zu betrachten. Der Roman gibt dafür praktische Einblicke, ohne belehrend zu wirken.

8. Risikomanagement, Konfliktlösung und Retrospektiven – Die vergessenen Säulen

Viele Projekte scheitern nicht an mangelnder Kompetenz, sondern daran, dass essenzielle Bausteine unter Zeitdruck vernachlässigt werden. Dazu gehören Risikomanagement, frühzeitige Konfliktlösung und regelmäßige Reflexion.

Gerade diese Aspekte fallen häufig „unter den Tisch“, weil sie nicht als operative Arbeit wahrgenommen werden. Doch wer sie ignoriert, wird später mit deutlich größeren Problemen konfrontiert. Die Insel-Situation macht das drastisch sichtbar: Risiken, die ignoriert werden, wachsen schnell; Konflikte, die nicht gelöst werden, eskalieren; fehlende Reflexion führt dazu, dass dieselben Fehler wiederholt werden.

Der Roman regt zur Auseinandersetzung mit diesen Kompetenzen an und zeigt, wie wichtig sie für Stabilität und Fortschritt sind.

9. Persönliche Erfahrungen als Grundlage einer fiktiven Geschichte

Besonders faszinierend ist, dass die Geschichte weitgehend auf realen Erlebnissen der Autorin basiert. Sie schildert unter anderem Erfahrungen mit Mitarbeitenden, die unerwartet ausfallen, mit persönlichen Grenzerfahrungen wie einem Marathonlauf oder ihrer Tätigkeit als Rettungsschwimmerin, die im Roman an verschiedenen Stellen wieder auftauchen.

Auch eine eigene dramatische Erfahrung — eine Situation in Neuseeland, in der sie nach einer Wanderung nicht vom Boot abgeholt wurde — floss in die Gedankenwelt des Romans ein. Dadurch wirken viele Szenen authentisch und nah an der Realität.

Diese Verknüpfung aus persönlichen Erlebnissen und erzählerischer Freiheit macht den Roman glaubwürdig und hilfreich, weil er echte Emotionen und echte Projektprobleme miteinander verbindet.

Schluss

Überleben mit Projektmanagement zeigt eindrucksvoll, dass Projektmanagement weit mehr ist als eine Sammlung von Methoden. Es ist ein Werkzeug, das uns durch komplexe Situationen führt, Orientierung gibt und Teamarbeit stabilisiert. Die Geschichte erinnert daran, dass Menschen im Zentrum eines Projekts stehen — mit ihren Stärken, Schwächen, Werten und Emotionen. Projekte gelingen dort, wo Menschen miteinander arbeiten wollen, sich unterstützen und Verantwortung teilen.

Claudia Lampert verbindet in ihrem Roman auf einzigartige Weise Spannung, Realität und Lernwert. Sie zeigt, dass Projektmanagement nicht nur Werkzeuge bereitstellt, sondern auch eine Haltung vermittelt: umsichtig handeln, offen kommunizieren und gemeinsam Lösungen finden. Damit wird das Buch nicht nur zu einer unterhaltsamen Lektüre, sondern zu einer tiefgreifenden Einladung, Projektarbeit menschlicher, bewusster und wirksamer zu gestalten.


📥 Download-Tipp: Kennen Sie schon „The PPM Paradise”? In diesem kostenlosen E-Book erfahren Sie, wie das „Paradies für ein unternehmensweites Projektumfeld“ aussehen könnte, in dem jede:r das beruhigende Gefühl hat, immer alles im Griff zu haben – völlig unabhängig von der Technologie. Hier direkt runterladen: https://www.theprojectgroup.com/data/Downloads_eBooks/TPG_PPM_Paradise_eBook_-_TPG_TheProjectGroup.pdf


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#153 Selbstmanagement im Projektumfeld: Mehr Effizienz & Peace of Mind https://www.theprojectgroup.com/podcast-projektmanagement/selbstmanagement-im-projektumfeld/ https://www.theprojectgroup.com/podcast-projektmanagement/selbstmanagement-im-projektumfeld/#respond Tue, 02 Dec 2025 07:00:00 +0000 https://www.theprojectgroup.com/podcast-projektmanagement/?p=5262 Viele Projekte geraten ins Stocken – Deadlines werden verpasst, Aufgaben stapeln sich, und trotz harter Arbeit scheint der Fortschritt minimal. Oft liegt der Grund nicht an fehlendem Wissen, fehlender Motivation oder zu wenig Ressourcen – sondern daran, wie wir uns selbst steuern und führen. Mein heutiger Gast, Jürgen Lauber, zeigt, wie Sie mit besserem Selbstmanagement […]

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Viele Projekte geraten ins Stocken – Deadlines werden verpasst, Aufgaben stapeln sich, und trotz harter Arbeit scheint der Fortschritt minimal. Oft liegt der Grund nicht an fehlendem Wissen, fehlender Motivation oder zu wenig Ressourcen – sondern daran, wie wir uns selbst steuern und führen.

Mein heutiger Gast, Jürgen Lauber, zeigt, wie Sie mit besserem Selbstmanagement Ihre Projekte schneller und sicherer voranbringen, Stress reduzieren und mehr Peace-of-Mind in den Projekten haben können. Seine Aussagen basieren auf der Erfahrung von Jahrzehnten Führungs- und Projektverantwortung in internationalen Industrie-Unternehmen. Diese Erfahrungen hat er in seinem Buch „Professionelle Persönliche Planung und Selbstmanagement“ publiziert, dessen Wirkung gerade von gestressten und hochbelasteten Berufstätigen begeistert rezensiert wird. Jetzt Reinhören!

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Tina Ciotola


Mit Jürgen Lauber

Jürgen Lauber nimmt wohltuenden Einfluss auf das Selbstmanagement von Berufstätigen. Das hat ihn als Industrie-CEO erfolgreich gemacht. Mitte 50 hat er das Selbstmanagement Unternehmen 2ease AG gegründet und wurde zum Trainer und Publizisten in Sachen besseres Selbstmanagement.

Hier geht es zum Profil: linkedin.com/in/jürgen-lauber


Sprungmarken

00:00Intro 01:42Der Projekttsunami (Rückblick) 03:38Kostenexplosion & Team-Bottlenecks 06:29Negativdominanz im Kopf 11:12Die Bausteine: Daily Review & Preview 16:17Handschrift schlägt Apps 20:33Zeitkritisch vs. nicht zeitkritisch 28:53Grenzen von Outlook 34:18Ad-hoc-Anfragen managen 41:21Erster Schritt ins Selbstmanagement

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Podcast-Zusammenfassung: Selbstmanagement im Projektumfeld – Wie Sie sich selbst führen, um Projekte besser zu führen

Ein Artikel zu Klarheit, Fokus und mentale Stärke im Projektalltag

Viele Projektverantwortliche erleben trotz guter Teams, klarem Fachwissen und modernen Tools denselben Schmerzpunkt: Projekte ziehen sich, es entstehen Warteschleifen, Aufgaben bleiben liegen, und obwohl alle „busy“ sind, fühlt es sich so an, als würde nichts wirklich fertig. In Ihrem Podcastgespräch mit Jürgen Lauber wird deutlich: Dieses Gefühl entsteht nicht, weil Menschen zu wenig wissen oder sich nicht genug anstrengen. Es entsteht, weil Selbstmanagement – die Fähigkeit, sich selbst zu steuern – nirgends systematisch gelehrt wird. Jeder soll es können, aber kaum jemand hat gelernt, wie. Dieser Artikel fasst die Kernbotschaften aus dem gemeinsamen Gespräch zusammen. Viel Spaß beim Lesen!

Warum Projekte ins Stocken geraten – und was wirklich dahinter steckt

In vielen Organisationen sind die Menschen fachlich hervorragend und motiviert. Das Problem entsteht dort, wo Selbststeuerung gefragt ist – also im Umgang mit Aufmerksamkeit, Ablenkungen, Prioritäten, Deadlines und emotionalem Druck. Ohne klare Selbstführungsmechanismen rutschen Menschen in reaktives Arbeiten: Sie erledigen, was gerade schreit, statt was wichtig ist. Das führt zu Verzögerungen, zu Last-Minute-Panik und dazu, dass Projektbeteiligte sich überfordert fühlen, obwohl sie objektiv leistungsfähig wären.

Tiefere Bedeutung: Selbstmanagement ist ein unsichtbarer Engpass. Man erkennt ihn erst, wenn er behoben wird und plötzlich reibungslose Abläufe entstehen.

Tipp: Prüfen Sie regelmäßig: Arbeite ich gerade proaktiv – oder reagiere ich nur auf das, was hereinkommt?

Warum parallele Projekte Menschen überfordern

Viele Mitarbeitende sind heute gleichzeitig in mehreren Projekten involviert – zusätzlich zu ihrem normalen Job. Ihr Gehirn muss also ständig umschalten, priorisieren und Komplexität bewältigen. Dabei entstehen zwei Probleme:

  1. Kognitive Überlastung – zu viele Aufgaben konkurrieren um Aufmerksamkeit.
  2. Teamverzögerungseffekte – wenn einer stockt, stockt das ganze Team (Jan-Gang-Effekt).

Das führt zu einem gefährlichen Dominoeffekt: Druck steigt, Menschen hetzen von Meeting zu Meeting, Aufgaben stauen sich, und obwohl alle hart arbeiten, wächst die Unsicherheit im Projektfortschritt. Umgekehrt wurden Teams schneller, sobald Mitarbeitende lernten, ihre Selbststeuerung zu verbessern – nicht weil sie mehr arbeiteten, sondern weil sie weniger verloren gingen.

Tipp: Überladen Sie Ihren Arbeitstag nicht. Überlastung ist kein Zeichen von Stärke – sondern ein Warnsignal.

Der größte mentale Fallstrick: die Negativdominanz

Unser Gehirn ist evolutionsbedingt darauf programmiert, Gefahren stärker wahrzunehmen als Erfolge. Im Projektalltag führt das zu einem verzerrten Selbstbild:

  • Sie erinnern sich stärker an das, was nicht geschafft wurde.
  • Erledigte Aufgaben verschwinden mental fast sofort.
  • Die To-Do-Liste wird länger, und das Gefühl der Ohnmacht wächst.

Dieses psychologische Muster erzeugt chronischen Druck und führt zu dem weit verbreiteten Eindruck: „Ich komme einfach nicht voran.“ Dabei ist das objektiv falsch – aber ohne System erkennt man seine Fortschritte nicht.

Tipp: Machen Sie Ihren Fortschritt sichtbar – jeden Tag. Ihr Gehirn braucht visuelle Beweise.

Warum Selbstmanagement eine Methode braucht – und wie Struktur Sicherheit schafft

Viele Menschen glauben, Selbstmanagement sei eine Frage von Disziplin oder Persönlichkeit. Doch genau das ist ein Irrtum. Ohne eine klare Methode rutschen wir automatisch in reaktives Arbeiten, weil unser Gehirn ständig von neuen Reizen, Mails und Erwartungen überflutet wird. Gute Vorsätze oder Willenskraft reichen nicht – sie brechen im Alltag regelmäßig zusammen.

Was wir stattdessen brauchen, ist Struktur. Struktur entlastet, weil sie unserem Gehirn einen sicheren Rahmen bietet: ein klares Tagesblatt, eine wöchentliche Übersicht, feste Routinen und eindeutige Prioritäten. Sobald diese Orientierung da ist, verschwindet ein Großteil des inneren Stresses. Denn unser Kopf muss dann nichts mehr jonglieren oder „im Hinterkopf behalten“ – alles hat seinen Platz und seinen Zeitpunkt.

Struktur ist also kein starres Korsett, sondern mentale Freiheit. Sie verhindert Vergessen, sie macht Komplexität überschaubar, und sie gibt Ihnen die Sicherheit, dass Sie Ihr Arbeitspensum im Griff haben. Mit einer funktionierenden Methode arbeiten Sie nicht härter, sondern ruhiger, klarer und verlässlicher.

Tipp: Setzen Sie auf eine einfache, wiederholbare Methode. Wenige, klare Routinen schaffen mehr Sicherheit als die perfekte To-Do-App oder der heroische Versuch, alles im Kopf zu behalten.

Daily Review & Preview – die 5 Minuten, die alles verändern

Der zentrale Hebel im beschriebenen Selbstmanagement ist das tägliche Morgenritual:

1. Review (Rückblick)

  • Was habe ich gestern tatsächlich geschafft?
  • Was lief anders als geplant?
  • Welche Aufgaben bleiben offen?

Sie holen die Realität zurück in Ihr Bewusstsein. Das verhindert Selbsttäuschung und hilft, den mentalen Nebel zu lichten.

2. Preview (Vorschau)

  • Was ist heute wirklich wichtig?
  • Was muss passieren, um den nächsten Fortschritt zu erzielen?
  • Was ist realistisch – nicht idealistisch?

Wichtig: Diese Schritte müssen morgens stattfinden, bevor die Flut von E-Mails und Gesprächen Ihr Denken verzerrt. Das Gehirn trifft morgens objektivere Entscheidungen, abends sind sie stark emotional eingefärbt.

Tipp: Beginnen Sie jeden Arbeitstag mit einem bewussten Mini-Meeting mit sich selbst.

Wochenplanung – der unterschätzte Erfolgsfaktor

Die meisten Menschen planen nur ihren Tag. Das führt dazu, dass Montag und Dienstag überlastet sind und der Rest der Woche im Vergleich leer. Wochenplanung wirkt dagegen wie ein psychologischer Stabilisator:

  • Sie berücksichtigt langfristige Verpflichtungen.
  • Sie verteilt Aufgaben gleichmäßig.
  • Sie verhindert, dass Sie sich montags direkt übernehmen.
  • Sie macht die Arbeitswoche planbar und klar.

Statt blinder Tagesoptimierung entsteht eine realistische, motivierende Perspektive.

Tipp: Nutzen Sie ein Wochenblatt. Es bringt Ordnung in Projekte, Ziele und Verpflichtungen.

Warum Handschrift die Selbststeuerung stärkt

Handschrift ist weit mehr als ein nostalgisches Relikt aus der analogen Welt – sie ist ein kognitives Werkzeug, das unser Gehirn auf eine Weise aktiviert, wie es digitale Eingaben niemals können. Schreiben mit der Hand verlangsamt das Denken auf eine produktive Art, erhöht die Tiefenverarbeitung und zwingt uns, Gedanken zu ordnen, bevor wir sie zu Papier bringen. Genau diese mentale Strukturierung fehlt häufig im Projektalltag, wenn wir Aufgaben nur schnell in Apps tippen oder zwischen Fenstern hin- und herspringen.

  • Handschrift verankert Inhalte tiefer im Gedächtnis.
  • Sie erzeugt ein prägnantes Tagesbild, das Ihr Gehirn wie ein inneres Dashboard nutzt.
  • Sie reduziert digitale Ablenkungen und verhindert impulsives „Drauflosarbeiten“.
  • Sie stärkt Fokus und Verbindlichkeit, weil Schreiben bewusster und körperlicher ist.

Digitale Tools sind schnell, aber sie fördern Zapping, Fragmentierung und Oberflächlichkeit. Handschrift hingegen erzeugt Ruhe, Klarheit und ein Gefühl von Kontrolle – genau das, was Menschen im Projektalltag so dringend brauchen.

Tipp: Nutzen Sie Stift und Papier oder ein Tablet mit Stift. Das Schreiben selbst ist bereits ein Teil des Denkens – und nicht nur das Festhalten von Aufgaben.

Warum Sie sich immer zu viel vornehmen – und warum das okay ist

Menschen denken in Potenzial – nicht in realen Zeitfenstern. Deshalb nehmen wir uns regelmäßig zu viel vor. Das ist normal. Problematisch wird es erst, wenn wir uns daran messen wollen:

„Ich muss alles schaffen, was ich mir vorgenommen habe.“

Das macht krank. Selbstmanagement bedeutet nicht, alles zu erledigen, sondern das Bestmögliche innerhalb der gegebenen Realität zu tun. Fortschritt statt Perfektion. Sobald Menschen anfangen, sich nach dem Bestmöglichen statt nach dem Vollständigen zu bewerten, sinkt der Stress enorm.

Tipp: Streichen Sie den Perfektionismus. Bewerten Sie Ihren Tag nach dem Bestmöglichen – nicht nach der Liste.

Einfacher priorisieren: Was ist zeitkritisch?

Komplexe Priorisierungssysteme funktionieren im Projektalltag nicht. Sie sind zu langsam. Deshalb schlägt die Methode eine einzige Frage vor:

„Entsteht ein Schaden, wenn ich es heute nicht mache?“

  • Ja: Zeitkritisch
  • Nein: Nicht zeitkritisch

Nur zeitkritische Aufgaben müssen verpflichtend heute erledigt werden. Alles andere darf – ohne schlechtes Gewissen – auf morgen oder übermorgen verschoben werden. Diese Einteilung schafft mentale Ruhe und verhindert Panikreaktionen auf Dinge, die eigentlich warten könnten.

Tipp: Treffen Sie Prioritäten bewusst — morgens, nicht während Hektik und Stress.

Digitale Tools wie Outlook sind keine Planungswerkzeuge

Outlook und To-Do-Apps sind Verwaltungswerkzeuge – keine Selbstmanagementsysteme. Sie zeigen Termine, aber keinen Fortschritt. Sie speichern Aufgaben, aber schaffen keinen Überblick. Nutzer rutschen schnell in reaktive Muster: Sie tun, was gerade blinkt. Genau deshalb verlieren Menschen mit vielen parallelen Aufgaben den Überblick.

Tipp: Trennen Sie Planung (analog) von Ausführung (digital). Das befreit Ihren Kopf enorm.

Ad-hoc-Anfragen souverän managen

Ad-hoc-Anfragen gehören zum Projektalltag und wirken oft so dringend, dass wir sofort reagieren wollen. Genau dadurch verlieren viele Menschen ihren Fokus: Die eigene Planung fliegt über Bord, Aufgaben schieben sich nach hinten, und am Ende des Tages bleibt das Gefühl, viel gearbeitet, aber wenig erreicht zu haben.

Das Problem ist selten die Anfrage selbst, sondern die spontane Reaktion darauf. Wenn Sie unreflektiert sofort handeln, lassen Sie andere über Ihren Arbeitstag bestimmen – und rutschen zurück in reaktives statt führendes Arbeiten.

Der klügere Weg besteht aus zwei Schritten:

1. Kurz prüfen: Ist es wirklich zeitkritisch?

Nur wenn ein echter Schaden entsteht, sollten Sie sofort handeln. Viele „dringende“ Themen sind in Wahrheit problemlos planbar.

2. Verbindlich, aber nicht sofort zusagen

Eine klare Antwort wie:

„Ich habe es aufgenommen. Sie hören spätestens am Donnerstag von mir.“

…gibt Ihrem Gegenüber Sicherheit und schützt gleichzeitig Ihre Struktur. So helfen Sie – ohne sich selbst zu überlasten.

Ad-hoc-Themen lassen sich außerdem gut bündeln. Wenn Sie ähnliche Anfragen gesammelt bearbeiten, arbeiten Sie konzentrierter und effizienter.

Tipp: Fragen Sie bei jeder spontanen Anfrage zuerst: „Ist das zeitkritisch?“ – und planen Sie alles Nicht-Kritische bewusst in Ihre Woche ein.

Schluss

Das Gespräch mit Jürgen Lauber zeigt: Selbstmanagement ist keine Nebendisziplin, sondern ein fundamentaler Erfolgsfaktor für Projekte, Teams und persönliche Zufriedenheit. Wer seine Selbststeuerung verbessert, wird handlungsfähiger, konzentrierter und resilienter. Und das Ermutigende: Es geht schnell. Schon wenige Wochen bewusster Selbstführung verändern Wahrnehmung, Arbeitsweise und Lebensqualität spürbar.

Die wichtigsten Bausteine sind einfach: morgens klar denken, schriftlich planen, realistisch priorisieren, Wochen statt Tage betrachten und sich vom Anspruch verabschieden, alles schaffen zu müssen.

Wenn Sie mit nur einem kleinen Schritt beginnen wollen: Starten Sie morgen früh mit fünf Minuten Review & Preview. Oft ist das der Moment, an dem ein stressiger Projektalltag sich zum ersten Mal seit langem wieder klar und machbar anfühlt.


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Weitere PPM-Infos

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#152 Sozialkompetenz im Projektumfeld 2/2 – Empathie & virtuelle Teams https://www.theprojectgroup.com/podcast-projektmanagement/sozialkompetenz-im-projektumfeld-2/ https://www.theprojectgroup.com/podcast-projektmanagement/sozialkompetenz-im-projektumfeld-2/#respond Tue, 18 Nov 2025 07:00:00 +0000 https://www.theprojectgroup.com/podcast-projektmanagement/?p=5256 Willkommen zurück zu Teil 2 unseres Gesprächs über Sozialkompetenz im Projektumfeld mit Erhard Semlitsch von PMCC Consulting. Im ersten Teil haben wir darüber gesprochen, was soziale Kompetenz wirklich ausmacht – nämlich Selbstführung, Verantwortung und Führung auf Augenhöhe. Heute geht es darum, wie man diese Haltung im Alltag umsetzt: Freuen Sie sich auf viele praxisnahe Beispiele, […]

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Willkommen zurück zu Teil 2 unseres Gesprächs über Sozialkompetenz im Projektumfeld mit Erhard Semlitsch von PMCC Consulting. Im ersten Teil haben wir darüber gesprochen, was soziale Kompetenz wirklich ausmacht – nämlich Selbstführung, Verantwortung und Führung auf Augenhöhe.

Heute geht es darum, wie man diese Haltung im Alltag umsetzt:

  • Wie gelingt es, sich selbst in stressigen Situationen zu steuern?
  • Was brauchen virtuelle Teams, um sich wirklich verbunden zu fühlen?
  • Und warum ist Empathie keine Methode, sondern eine innere Haltung, die ganze Projektkulturen verändern kann?

Freuen Sie sich auf viele praxisnahe Beispiele, inspirierende Gedanken – und auf Erhards sehr klare Botschaft, was Projektleitende wirklich erfolgreich macht.

⭐ ⭐ ⭐ ⭐ ⭐
Und noch eine Bitte zum Schluss: Wir freuen uns, wenn Sie unseren Podcast mit 5 Sternen Bewerten und in Ihrem Netzwerk weiterempfehlen. Vielen Dank!

Tina Ciotola


Mit Erhard Semlitsch

Erhard Semlitsch verfügt über mehr als 30 Jahre Erfahrung in den Bereichen Sozialkompetenz, Führung und Organisationsentwicklung. Als Berater, Trainer, Coach und Lehrbeauftragter begleitet er Unternehmen bei der Entwicklung starker Führungskulturen und leistungsfähiger Teams. Seine Schwerpunkte liegen in Führungskräfteentwicklungen, Sozialkompetenz-Trainings sowie der Begleitung komplexer Projekte und Changeprozesse. Er bringt umfassende Führungserfahrung aus leitenden Positionen im Personal- und Organisationsmanagement mit und steht für eine Haltung, die Menschlichkeit und Wirksamkeit verbindet.

Hier geht es zum Profil: https://lnkd.in/dk9WgXRa


Sprungmarken

00:00Intro & Rückblick auf Teil 1 01:04Selbstführung im Alltag: ruhig bleiben und abgrenzen 12:08Fürsorgepflicht und Verantwortung im Projekt 14:09Virtuelle Teams: Nähe auf Distanz schaffen 20:55Der „Weekend Friday“ und die Wirkung von Oxytocin 30:55Empathie als Haltung, nicht als Methode 35:09Zwischen Unterschiedlichkeit und Gemeinsamkeit 41:49Wege zur Sozialkompetenz

Relevante Links / Downloads

Podcast „Sozialkompetenz im Projektumfeld Teil 1“ https://www.theprojectgroup.com/podcast-projektmanagement/sozialkompetenz-im-projektumfeld-2/

Sozialkompetenz-Seminar PMCC Consulting: https://www.pmcc-consulting.com/leistung/seminar-fuehren-und-teamarbeit/

Über Erhard Semlitsch: https://www.pmcc-consulting.com/ueber-pmcc/consultants/erhard-semlitsch/

Weitere Podcast-Folgen:

#144 Radical Self‑Leadership – mehr Klarheit & Selbstbestimmung im Führungsalltag → Link: https://www.theprojectgroup.com/podcast-projektmanagement/radical-self-leaderhip/

#81 Laterale Führung: wie führe ich ohne Führungsfunktion? → Link: https://www.theprojectgroup.com/podcast-projektmanagement/laterale-fuehrung/

#134 Emotionale Intelligenz im Projektmanagement – Studienergebnisse & Tipps
Link: https://www.theprojectgroup.com/podcast-projektmanagement/emotionale-intelligenz/

#128 Gemeinsame Werte als Erfolgsfaktor im Projekt (+ Anleitung)
Link: https://www.theprojectgroup.com/podcast-projektmanagement/werte-als-erfolgsfaktor/

#135 Mediation in Projekten – Konflikte konstruktiv lösen
Link: https://www.theprojectgroup.com/podcast-projektmanagement/mediation-in-projekten/

#103 Vom PM zum Projektleiter: diese Kompetenzen brauchen Sie!
Link: https://www.theprojectgroup.com/podcast-projektmanagement/projektleiter-kompetenzen/


Was Sie jetzt tun können, um keine Praxistipps rund um das Projektmanagement zu verpassen   


Podcast-Zusammenfassung: Sozialkompetenz im Projekt: Von der Haltung zur Handlung – was gute Führung heute braucht (Teil 1 & 2)

Projekte werden von Menschen gemacht – nicht von Plänen. Ob ein Projekt gelingt, entscheidet sich selten an der Methodik, sondern am Miteinander: Wie wir kommunizieren, wie wir auf Druck reagieren und wie wir mit Konflikten umgehen. In Projekten prallen Erwartungen, Emotionen und Strukturen aufeinander.

Über diese oft unterschätzte Seite des Projektmanagements habe ich mit Erhard Semlitsch von PMCC Consulting im TPG Podcast gesprochen. Seine Erfahrung zeigt: Sozialkompetenz ist kein „Nice-to-have“. Sie ist die entscheidende Führungskompetenz, wenn Teams unter Druck Leistung bringen sollen.

Gute Projektleiterinnen und Projektleiter führen nicht mit Titeln, sondern mit Haltung. Sie hören zu, schaffen Orientierung – und bleiben auch dann ruhig, wenn es ungemütlich wird. Sozialkompetenz ist die Fähigkeit, das Menschliche im Projekt nicht als Störfaktor, sondern als Erfolgsfaktor zu begreifen.

Dieser Artikel fasst die wichtigsten Inhalte des Podcast-Gesprächs (Teil 1 & 2) zusammen.

1. Führung beginnt bei der Selbstführung

Wer andere führen will, muss sich zuerst selbst führen können. Das ist mehr als Disziplin oder Organisation – es bedeutet, in schwierigen Situationen die eigene Mitte zu halten.

Projektleitende stehen täglich im Spannungsfeld zwischen Erwartungen, Zeitdruck und Konflikten. Ein verpasster Meilenstein, eine eskalierende Kundenmail, ein unmotiviertes Teammitglied – jede Situation kann Emotionen auslösen. Wie Sie damit umgehen, bestimmt Ihre Führungswirkung.

Selbstführung heißt, innezuhalten, bevor Sie reagieren. Ein kurzer Moment des Bewusstseins kann verhindern, dass Stress Ihre Kommunikation bestimmt. Diese Fähigkeit lässt sich trainieren – mit einfachen Routinen: tief atmen, beobachten, dann handeln.

Ein Beispiel: Ein Projekt gerät in Verzug. Der Kunde fordert sofortige Maßnahmen. Eine Leitung ohne Selbststeuerung ruft in Panik ein Krisenmeeting ein, verteilt Schuld und erzeugt Druck. Das Team zieht sich zurück. Eine selbstgeführte Leitung analysiert ruhig die Lage, benennt Optionen und kommuniziert transparent. Das Team bleibt handlungsfähig.

Diese bewusste Ruhe wirkt wie ein emotionaler Anker. Erhard Semlitsch formulierte es im Gespräch treffend: „Menschen folgen nicht dem lautesten, sondern dem ruhigsten Kopf im Raum.“

Selbstführung schützt auch die psychische Gesundheit. Dauerstress führt zu Fehlern, Gereiztheit und Vertrauensverlust. Wer dagegen regelmäßig reflektiert, schafft innere Stabilität.

Tipp:
→ Beobachten Sie Ihre Stressmuster – wann reagieren Sie impulsiv?
→ Nutzen Sie kleine Rituale: bewusstes Atmen, kurze Pausen, mentale Reframing-Fragen wie „Was braucht die Situation jetzt?“
→ Kommunizieren Sie erst, wenn Sie wieder klar denken können.

Selbstführung ist keine Technik, sondern eine Haltung. Sie sendet Ihrem Umfeld das stärkste Signal: „Ich bleibe ruhig – also können Sie es auch.“

2. Führen ohne formale Macht – Orientierung statt Kontrolle

Projektleitende tragen Verantwortung, aber oft ohne disziplinarische Befugnis. Sie können keine Anweisungen geben – und müssen dennoch sicherstellen, dass das Team funktioniert. Diese Situation fordert eine besondere Form der Führung: Führen durch Orientierung statt Kontrolle.

Laterale Führung heißt, Einfluss aufzubauen, ohne Macht auszuüben. Das gelingt, wenn Menschen verstehen, warum sie etwas tun und wofür ihr Beitrag wichtig ist. Klarheit und Transparenz ersetzen hier Autorität.

Ein Beispiel: In einem cross-funktionalen Projektteam ist unklar, wer welche Prioritäten setzt.
Statt zu bestimmen, lädt die Projektleitung zur Abstimmung ein: „Was brauchen wir, um gemeinsam erfolgreich zu sein?“ Das Team diskutiert Rollen, Ziele und Abhängigkeiten – und entwickelt ein gemeinsames Verständnis. Der Effekt: Verbindlichkeit entsteht aus Beteiligung, nicht aus Anordnung.

Tipp:
→ Führen Sie durch Sinn: Erklären Sie das „Warum“ hinter jeder Aufgabe.
→ Moderieren Sie Entscheidungen, statt sie zu diktieren.
→ Bauen Sie Vertrauen auf, indem Sie Zusagen konsequent einhalten.
→ Vermitteln Sie Sicherheit durch Struktur – und Freiheit durch Vertrauen.

Führung ohne Macht ist die Kunst, Strukturen zu schaffen, die Orientierung geben, ohne Menschen zu bevormunden. Das verlangt Klarheit, Geduld und Kommunikationsgeschick – aber es zahlt sich aus. Teams, die freiwillig folgen, sind motivierter als solche, die müssen.

3. Führen auf Augenhöhe – Verantwortung mit Respekt

Führung bedeutet, Menschen ernst zu nehmen – gerade, wenn sie Fehler machen oder anderer Meinung sind. Entsprechend entsteht Führung auf Augenhöhe dort, wo Respekt wichtiger ist als Rechthaben.

Fakt ist: Respektvolle Kommunikation ist die Basis jeder leistungsfähigen Teamkultur. Ein autoritärer Stil erzeugt Angst und Schweigen. Eine Führung auf Augenhöhe hingegen schafft Sicherheit und Offenheit.

Beispiel: Eine Mitarbeiterin liefert eine unvollständige Analyse. Die Leitung könnte sie im Teammeeting kritisieren – doch sie entscheidet sich anders. Sie bittet zum persönlichen Gespräch: „Ich habe gesehen, dass hier etwas nicht gepasst hat. Was war los? Wie können wir das beim nächsten Mal vermeiden?“ Diese Haltung wahrt Würde – und stärkt die Beziehung.
Das Team lernt: Fehler sind Lerngelegenheiten, keine Bedrohung.

Auch das eigene Verhalten prägt Augenhöhe. Eine Projektleiterin, die offen zugibt, wenn sie selbst etwas übersehen hat, signalisiert: „Hier darf man ehrlich sein.“ Diese Authentizität schafft Vertrauen.

Tipp:
→ Trennen Sie Verhalten von Persönlichkeit: Kritik nie vor anderen.
→ Geben Sie Lob öffentlich, Feedback im persönlichen Rahmen.
→ Verwenden Sie eine verbindende Sprache („wir“ statt „du“).
→ Hören Sie wirklich zu – nicht, um zu antworten, sondern um zu verstehen.

Respekt ist kein weicher Faktor – er ist ein Produktivitätsmotor. Wo Vertrauen herrscht, übernehmen Menschen Verantwortung. Wo Angst herrscht, wird geschwiegen.

4. Kultur entsteht durch Verhalten

Kultur entsteht nicht durch Worte, sondern durch Taten. Jedes Projektteam hat eine Kultur, auch wenn niemand sie bewusst definiert hat. Sie zeigt sich in den kleinen Dingen: Wird pünktlich begonnen? Wird offen gesprochen? Wird nach Lösungen gesucht – oder nach Schuldigen?

Beispiel: In einem Team herrscht die unausgesprochene Regel: „Fehler werden bestraft.“
Folge: Informationen werden zurückgehalten, Risiken verschwiegen. In einem anderen Team gilt: „Fehler sind Lernchancen.“ Hier werden Probleme früh adressiert, und das Projekt bleibt steuerbar.

Kultur ist das, was bleibt, wenn der Projektplan endet. Und sie wird maßgeblich durch das Verhalten der Leitung geprägt. Wer offen, konsequent und ehrlich handelt, schafft Vertrauen – auch ohne große Worte.

Tipp:
→ Beobachten Sie, was in Ihrem Team „normal“ ist – und ob Sie damit leben können.
→ Benennen Sie gewünschtes Verhalten klar: „Mir ist wichtig, dass wir offen über Risiken sprechen.“
→ Feiern Sie kleine Erfolge, nicht nur Meilensteine – das prägt Kultur positiv.

Eine gesunde Teamkultur ist kein Zufall. Sie ist das Resultat bewusster Führung.

5. Die Fürsorgepflicht – Achtsamkeit als Führungsqualität

Projektleitende tragen Verantwortung für die Menschen im Team – auch ohne formale Vorgesetztenrolle. Das bedeutet, hinzusehen, wenn Überlastung droht, Konflikte schwelen oder Motivation nachlässt.

Ein Beispiel: In einem großen Infrastrukturprojekt arbeitet eine Expertin gleichzeitig in drei Projekten. Die Deadlines überschneiden sich, sie wirkt zunehmend gereizt. Statt das als „mangelnde Belastbarkeit“ zu werten, sucht die Projektleitung das Gespräch: „Ich sehe, dass Sie stark eingebunden sind. Wo können wir Prioritäten anpassen?“ Diese Haltung schafft Entlastung – und verhindert, dass die Leistung dauerhaft leidet.

Tipp:
→ Beobachten Sie Stimmungswechsel und Müdigkeit im Team.
→ Sprechen Sie Belastung offen an, bevor sie zum Problem wird.
→ Ermutigen Sie zu Selbstschutz: „Melden Sie sich, wenn’s zu viel wird.“

Fürsorge bedeutet nicht, Aufgaben abzunehmen. Es heißt, die Menschen zu befähigen, gesund leistungsfähig zu bleiben.

6. Virtuelle Teams – Nähe auf Distanz schaffen

Virtuelle Zusammenarbeit verlangt neue Formen sozialer Kompetenz. Ohne Flurgespräche, spontane Gesten oder zufällige Begegnungen fehlt das „soziale Schmiermittel“. Nähe muss aktiv hergestellt werden – bewusst und regelmäßig.

Ein Beispiel: Ein internationales IT-Projekt führte ein wöchentliches Ritual namens „Weekend Friday“ ein. Jeden Freitagmittag treffen sich alle virtuell – ohne Agenda, ohne Folien, einfach zum Plaudern. Man spricht über Erfolge der Woche, persönliche Highlights oder manchmal nur darüber, wer welchen Kaffee trinkt.

Was nach Zeitverschwendung klingt, wirkt auf neurologischer Ebene wie ein Team-Booster. Solche Rituale fördern das Bindungshormon Oxytocin – das gleiche Hormon, das Vertrauen und Zugehörigkeit stärkt. Wenn Menschen lachen, sich verstanden fühlen und positive Emotionen teilen, schüttet das Gehirn Oxytocin aus. Das senkt Stress und fördert Zusammenarbeit – auch über Distanz.

Eine Teamleiterin aus dem Projekt brachte es treffend auf den Punkt: „Nach dem Weekend Friday habe ich jedes Mal das Gefühl, mein Team wirklich zu kennen – nicht nur ihre Aufgaben.“

Virtuelle Teams brauchen genau das: menschliche Momente zwischen den Meetings. Rituale wie der „Weekend Friday“ oder kurze persönliche Check-ins ersetzen die zufällige Begegnung auf dem Büroflur. Sie schaffen das Gefühl: Wir gehören zusammen.

Ebenso wichtig ist Kommunikation mit Struktur und Klarheit. In virtuellen Umgebungen fehlen Zwischentöne. Was unausgesprochen bleibt, wird oft missverstanden. Daher gilt: besser einmal zu viel nachfragen als eine falsche Annahme treffen.

Tipp:
→ Schaffen Sie wiederkehrende Rituale, die Verbundenheit fördern –
z. B. einen „Weekend Friday“ oder „Coffee Monday“.
→ Geben Sie Raum für Menschliches: Erfolge, Pannen, Humor.
→ Wiederholen Sie Kernaussagen regelmäßig – Klarheit ersetzt
Körpersprache.
→ Erkennen Sie: Emotionale Verbindung ist kein Luxus, sondern
Produktivitätsfaktor.

Virtuelle Nähe entsteht durch Interesse, Empathie und Verlässlichkeit. Wenn Menschen sich gesehen und wertgeschätzt fühlen, steigt die Motivation – und das Team funktioniert wie ein echtes Miteinander, auch über tausende Kilometer hinweg.

7. Empathie als Haltung – nicht als Methode

Empathie lässt sich nicht in Trainingsmodulen lehren, sondern nur kultivieren. Sie beginnt mit der Bereitschaft, den anderen wirklich wahrzunehmen.

Ein Beispiel: Ein Projektleiter, der in einem internationalen Team arbeitet, erlebt, dass ein Kollege aus einem anderen Kulturkreis Aufgaben immer wieder verschiebt. Statt über mangelnde Disziplin zu urteilen, fragt er nach – und erfährt: Im Herkunftsland des Kollegen gilt es als unhöflich, direkt „Nein“ zu sagen. Das Problem war kein Mangel an Wille, sondern ein Missverständnis in der Kommunikation.

Empathie heißt, Unterschiede zu akzeptieren, ohne sie zu bewerten. Das gilt nicht nur kulturell, sondern auch individuell: Menschen ticken verschieden – und das ist gut so.

Tipp:
→ Hören Sie mit dem Ziel zu, zu verstehen – nicht, zu antworten.
→ Suchen Sie aktiv nach Perspektivenwechseln: „Wie sieht das der andere?“
→ Üben Sie sich in Geduld – Verständnis wächst durch Interesse, nicht durch Eile.

Empathie ist keine Schwäche. Sie ist die Fähigkeit, Brücken zu bauen – und das macht Projekte tragfähig, auch in stürmischen Zeiten.

Fazit

Sozialkompetenz im Projekt ist die Leitwährung moderner Führung. Sie entscheidet darüber, ob Projekte nur gemanagt oder wirklich geführt werden. Technik, Tools und Methoden sind wichtig – aber sie bleiben wirkungslos, wenn das Miteinander nicht stimmt.
Führung im Projekt heißt eben: Menschen Orientierung, Sicherheit und Sinn zu geben.

In meinem Gespräch mit Erhard Semlitsch von PMCC Consulting wurde klar: Erfolgreiche Projektleiterinnen und Projektleiter haben eines gemeinsam – sie kennen sich selbst, respektieren andere und schaffen Räume, in denen Leistung und Menschlichkeit sich nicht ausschließen.

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Projekte sind selten an fehlenden Methoden gescheitert – aber oft an mangelnder Kommunikation, an Missverständnissen oder an fehlendem Vertrauen. Der entscheidende Erfolgsfaktor liegt daher nicht in Tools oder Prozessen, sondern im Umgang miteinander.

In dieser Podcast-Folge spreche ich mit Erhard Semlitsch von PMCC Consulting über Sozialkompetenz im Projektumfeld – und darüber, warum gute Führung immer bei der Selbstführung beginnt. Was bedeutet es, sich selbst zu führen? Wie gelingt es, Ruhe zu bewahren, wenn Druck entsteht? Und warum ist Selbstreflexion die Basis für glaubwürdige Führung auf Augenhöhe?

Erhard Semlitsch teilt in dieser ersten Folge viele praxisnahe Einblicke. Er zeigt:

  • wie Projektleitende Verantwortung übernehmen, ohne Macht auszuüben,
  • wie sie durch Haltung Vertrauen schaffen – und
  • warum jedes Projekt letztlich ein Spiegel seiner Kultur ist.

🎧 Jetzt reinhören und erfahren, wie Sozialkompetenz im Projektalltag wirkt – ganz konkret, menschlich und mit Tiefgang.

⭐ ⭐ ⭐ ⭐ ⭐
Und noch eine Bitte zum Schluss: Wir freuen uns, wenn Sie unseren Podcast mit 5 Sternen Bewerten und in Ihrem Netzwerk weiterempfehlen. Vielen Dank!

Tina Ciotola


Mit Erhard Semlitsch

Erhard Semlitsch verfügt über mehr als 30 Jahre Erfahrung in den Bereichen Sozialkompetenz, Führung und Organisationsentwicklung. Als Berater, Trainer, Coach und Lehrbeauftragter begleitet er Unternehmen bei der Entwicklung starker Führungskulturen und leistungsfähiger Teams. Seine Schwerpunkte liegen in Führungskräfteentwicklungen, Sozialkompetenz-Trainings sowie der Begleitung komplexer Projekte und Changeprozesse. Er bringt umfassende Führungserfahrung aus leitenden Positionen im Personal- und Organisationsmanagement mit und steht für eine Haltung, die Menschlichkeit und Wirksamkeit verbindet.

Hier geht es zum Profil: https://lnkd.in/dk9WgXRa


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00:00Intro 00:15Einführung:Sozialkompetenz im Projektmanagement 01:38Warum Projekte an Menschen scheitern – Die Bedeutung sozialer Kompetenz 03:47Selbstführung als Basis: Verantwortung und Emotionen im Projektalltag 06:46Teamkultur gestalten: Erwartungsmanagement und gelebte Werte 10:45Konflikte erkennen und ansprechen: Von Bauchgefühl zu Teamlösungen 17:37Workload, Überlastung und Fürsorgepflicht im Projektteam 22:59Projektleiter oder Projektmanager? Rollen, Verantwortung und Führung 31:31Wirksam führen ohne disziplinarische Macht: Augenhöhe und Anerkennung 39:59Ausblick: Praktische Umsetzung sozialer Kompetenz im Projektalltag

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Passende Podcast-Folgen:

#144 Radical Self‑Leadership – mehr Klarheit & Selbstbestimmung im Führungsalltag → Link: https://www.theprojectgroup.com/podcast-projektmanagement/radical-self-leaderhip/

#81 Laterale Führung: wie führe ich ohne Führungsfunktion? → Link: https://www.theprojectgroup.com/podcast-projektmanagement/laterale-fuehrung/

#134 Emotionale Intelligenz im Projektmanagement – Studienergebnisse & Tipps
Link: https://www.theprojectgroup.com/podcast-projektmanagement/emotionale-intelligenz/

#128 Gemeinsame Werte als Erfolgsfaktor im Projekt (+ Anleitung)
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#135 Mediation in Projekten – Konflikte konstruktiv lösen
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#103 Vom PM zum Projektleiter: diese Kompetenzen brauchen Sie!
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Podcast-Zusammenfassung: Sozialkompetenz im Projekt: Von der Haltung zur Handlung – was gute Führung heute braucht (Teil 1 & 2)

Projekte werden von Menschen gemacht – nicht von Plänen. Ob ein Projekt gelingt, entscheidet sich selten an der Methodik, sondern am Miteinander: Wie wir kommunizieren, wie wir auf Druck reagieren und wie wir mit Konflikten umgehen. In Projekten prallen Erwartungen, Emotionen und Strukturen aufeinander.

Über diese oft unterschätzte Seite des Projektmanagements habe ich mit Erhard Semlitsch von PMCC Consulting im TPG Podcast gesprochen. Seine Erfahrung zeigt: Sozialkompetenz ist kein „Nice-to-have“. Sie ist die entscheidende Führungskompetenz, wenn Teams unter Druck Leistung bringen sollen.

Gute Projektleiterinnen und Projektleiter führen nicht mit Titeln, sondern mit Haltung. Sie hören zu, schaffen Orientierung – und bleiben auch dann ruhig, wenn es ungemütlich wird. Sozialkompetenz ist die Fähigkeit, das Menschliche im Projekt nicht als Störfaktor, sondern als Erfolgsfaktor zu begreifen.

Dieser Artikel fasst die wichtigsten Inhalte des Podcast-Gesprächs (Teil 1 & 2) zusammen.

1. Führung beginnt bei der Selbstführung

Wer andere führen will, muss sich zuerst selbst führen können. Das ist mehr als Disziplin oder Organisation – es bedeutet, in schwierigen Situationen die eigene Mitte zu halten.

Projektleitende stehen täglich im Spannungsfeld zwischen Erwartungen, Zeitdruck und Konflikten. Ein verpasster Meilenstein, eine eskalierende Kundenmail, ein unmotiviertes Teammitglied – jede Situation kann Emotionen auslösen. Wie Sie damit umgehen, bestimmt Ihre Führungswirkung.

Selbstführung heißt, innezuhalten, bevor Sie reagieren. Ein kurzer Moment des Bewusstseins kann verhindern, dass Stress Ihre Kommunikation bestimmt. Diese Fähigkeit lässt sich trainieren – mit einfachen Routinen: tief atmen, beobachten, dann handeln.

Ein Beispiel: Ein Projekt gerät in Verzug. Der Kunde fordert sofortige Maßnahmen. Eine Leitung ohne Selbststeuerung ruft in Panik ein Krisenmeeting ein, verteilt Schuld und erzeugt Druck. Das Team zieht sich zurück. Eine selbstgeführte Leitung analysiert ruhig die Lage, benennt Optionen und kommuniziert transparent. Das Team bleibt handlungsfähig.

Diese bewusste Ruhe wirkt wie ein emotionaler Anker. Erhard Semlitsch formulierte es im Gespräch treffend: „Menschen folgen nicht dem lautesten, sondern dem ruhigsten Kopf im Raum.“

Selbstführung schützt auch die psychische Gesundheit. Dauerstress führt zu Fehlern, Gereiztheit und Vertrauensverlust. Wer dagegen regelmäßig reflektiert, schafft innere Stabilität.

Tipp:
→ Beobachten Sie Ihre Stressmuster – wann reagieren Sie impulsiv?
→ Nutzen Sie kleine Rituale: bewusstes Atmen, kurze Pausen, mentale Reframing-Fragen wie „Was braucht die Situation jetzt?“
→ Kommunizieren Sie erst, wenn Sie wieder klar denken können.

Selbstführung ist keine Technik, sondern eine Haltung. Sie sendet Ihrem Umfeld das stärkste Signal: „Ich bleibe ruhig – also können Sie es auch.“

2. Führen ohne formale Macht – Orientierung statt Kontrolle

Projektleitende tragen Verantwortung, aber oft ohne disziplinarische Befugnis. Sie können keine Anweisungen geben – und müssen dennoch sicherstellen, dass das Team funktioniert. Diese Situation fordert eine besondere Form der Führung: Führen durch Orientierung statt Kontrolle.

Laterale Führung heißt, Einfluss aufzubauen, ohne Macht auszuüben. Das gelingt, wenn Menschen verstehen, warum sie etwas tun und wofür ihr Beitrag wichtig ist. Klarheit und Transparenz ersetzen hier Autorität.

Ein Beispiel: In einem cross-funktionalen Projektteam ist unklar, wer welche Prioritäten setzt.
Statt zu bestimmen, lädt die Projektleitung zur Abstimmung ein: „Was brauchen wir, um gemeinsam erfolgreich zu sein?“ Das Team diskutiert Rollen, Ziele und Abhängigkeiten – und entwickelt ein gemeinsames Verständnis. Der Effekt: Verbindlichkeit entsteht aus Beteiligung, nicht aus Anordnung.

Tipp:
→ Führen Sie durch Sinn: Erklären Sie das „Warum“ hinter jeder Aufgabe.
→ Moderieren Sie Entscheidungen, statt sie zu diktieren.
→ Bauen Sie Vertrauen auf, indem Sie Zusagen konsequent einhalten.
→ Vermitteln Sie Sicherheit durch Struktur – und Freiheit durch Vertrauen.

Führung ohne Macht ist die Kunst, Strukturen zu schaffen, die Orientierung geben, ohne Menschen zu bevormunden. Das verlangt Klarheit, Geduld und Kommunikationsgeschick – aber es zahlt sich aus. Teams, die freiwillig folgen, sind motivierter als solche, die müssen.

3. Führen auf Augenhöhe – Verantwortung mit Respekt

Führung bedeutet, Menschen ernst zu nehmen – gerade, wenn sie Fehler machen oder anderer Meinung sind. Entsprechend entsteht Führung auf Augenhöhe dort, wo Respekt wichtiger ist als Rechthaben.

Fakt ist: Respektvolle Kommunikation ist die Basis jeder leistungsfähigen Teamkultur. Ein autoritärer Stil erzeugt Angst und Schweigen. Eine Führung auf Augenhöhe hingegen schafft Sicherheit und Offenheit.

Beispiel: Eine Mitarbeiterin liefert eine unvollständige Analyse. Die Leitung könnte sie im Teammeeting kritisieren – doch sie entscheidet sich anders. Sie bittet zum persönlichen Gespräch: „Ich habe gesehen, dass hier etwas nicht gepasst hat. Was war los? Wie können wir das beim nächsten Mal vermeiden?“ Diese Haltung wahrt Würde – und stärkt die Beziehung.
Das Team lernt: Fehler sind Lerngelegenheiten, keine Bedrohung.

Auch das eigene Verhalten prägt Augenhöhe. Eine Projektleiterin, die offen zugibt, wenn sie selbst etwas übersehen hat, signalisiert: „Hier darf man ehrlich sein.“ Diese Authentizität schafft Vertrauen.

Tipp:
→ Trennen Sie Verhalten von Persönlichkeit: Kritik nie vor anderen.
→ Geben Sie Lob öffentlich, Feedback im persönlichen Rahmen.
→ Verwenden Sie eine verbindende Sprache („wir“ statt „du“).
→ Hören Sie wirklich zu – nicht, um zu antworten, sondern um zu verstehen.

Respekt ist kein weicher Faktor – er ist ein Produktivitätsmotor. Wo Vertrauen herrscht, übernehmen Menschen Verantwortung. Wo Angst herrscht, wird geschwiegen.

4. Kultur entsteht durch Verhalten

Kultur entsteht nicht durch Worte, sondern durch Taten. Jedes Projektteam hat eine Kultur, auch wenn niemand sie bewusst definiert hat. Sie zeigt sich in den kleinen Dingen: Wird pünktlich begonnen? Wird offen gesprochen? Wird nach Lösungen gesucht – oder nach Schuldigen?

Beispiel: In einem Team herrscht die unausgesprochene Regel: „Fehler werden bestraft.“
Folge: Informationen werden zurückgehalten, Risiken verschwiegen. In einem anderen Team gilt: „Fehler sind Lernchancen.“ Hier werden Probleme früh adressiert, und das Projekt bleibt steuerbar.

Kultur ist das, was bleibt, wenn der Projektplan endet. Und sie wird maßgeblich durch das Verhalten der Leitung geprägt. Wer offen, konsequent und ehrlich handelt, schafft Vertrauen – auch ohne große Worte.

Tipp:
→ Beobachten Sie, was in Ihrem Team „normal“ ist – und ob Sie damit leben können.
→ Benennen Sie gewünschtes Verhalten klar: „Mir ist wichtig, dass wir offen über Risiken sprechen.“
→ Feiern Sie kleine Erfolge, nicht nur Meilensteine – das prägt Kultur positiv.

Eine gesunde Teamkultur ist kein Zufall. Sie ist das Resultat bewusster Führung.

5. Die Fürsorgepflicht – Achtsamkeit als Führungsqualität

Projektleitende tragen Verantwortung für die Menschen im Team – auch ohne formale Vorgesetztenrolle. Das bedeutet, hinzusehen, wenn Überlastung droht, Konflikte schwelen oder Motivation nachlässt.

Ein Beispiel: In einem großen Infrastrukturprojekt arbeitet eine Expertin gleichzeitig in drei Projekten. Die Deadlines überschneiden sich, sie wirkt zunehmend gereizt. Statt das als „mangelnde Belastbarkeit“ zu werten, sucht die Projektleitung das Gespräch: „Ich sehe, dass Sie stark eingebunden sind. Wo können wir Prioritäten anpassen?“ Diese Haltung schafft Entlastung – und verhindert, dass die Leistung dauerhaft leidet.

Tipp:
→ Beobachten Sie Stimmungswechsel und Müdigkeit im Team.
→ Sprechen Sie Belastung offen an, bevor sie zum Problem wird.
→ Ermutigen Sie zu Selbstschutz: „Melden Sie sich, wenn’s zu viel wird.“

Fürsorge bedeutet nicht, Aufgaben abzunehmen. Es heißt, die Menschen zu befähigen, gesund leistungsfähig zu bleiben.

6. Virtuelle Teams – Nähe auf Distanz schaffen

Virtuelle Zusammenarbeit verlangt neue Formen sozialer Kompetenz. Ohne Flurgespräche, spontane Gesten oder zufällige Begegnungen fehlt das „soziale Schmiermittel“. Nähe muss aktiv hergestellt werden – bewusst und regelmäßig.

Ein Beispiel: Ein internationales IT-Projekt führte ein wöchentliches Ritual namens „Weekend Friday“ ein. Jeden Freitagmittag treffen sich alle virtuell – ohne Agenda, ohne Folien, einfach zum Plaudern. Man spricht über Erfolge der Woche, persönliche Highlights oder manchmal nur darüber, wer welchen Kaffee trinkt.

Was nach Zeitverschwendung klingt, wirkt auf neurologischer Ebene wie ein Team-Booster. Solche Rituale fördern das Bindungshormon Oxytocin – das gleiche Hormon, das Vertrauen und Zugehörigkeit stärkt. Wenn Menschen lachen, sich verstanden fühlen und positive Emotionen teilen, schüttet das Gehirn Oxytocin aus. Das senkt Stress und fördert Zusammenarbeit – auch über Distanz.

Eine Teamleiterin aus dem Projekt brachte es treffend auf den Punkt: „Nach dem Weekend Friday habe ich jedes Mal das Gefühl, mein Team wirklich zu kennen – nicht nur ihre Aufgaben.“

Virtuelle Teams brauchen genau das: menschliche Momente zwischen den Meetings. Rituale wie der „Weekend Friday“ oder kurze persönliche Check-ins ersetzen die zufällige Begegnung auf dem Büroflur. Sie schaffen das Gefühl: Wir gehören zusammen.

Ebenso wichtig ist Kommunikation mit Struktur und Klarheit. In virtuellen Umgebungen fehlen Zwischentöne. Was unausgesprochen bleibt, wird oft missverstanden. Daher gilt: besser einmal zu viel nachfragen als eine falsche Annahme treffen.

Tipp:
→ Schaffen Sie wiederkehrende Rituale, die Verbundenheit fördern –
z. B. einen „Weekend Friday“ oder „Coffee Monday“.
→ Geben Sie Raum für Menschliches: Erfolge, Pannen, Humor.
→ Wiederholen Sie Kernaussagen regelmäßig – Klarheit ersetzt
Körpersprache.
→ Erkennen Sie: Emotionale Verbindung ist kein Luxus, sondern
Produktivitätsfaktor.

Virtuelle Nähe entsteht durch Interesse, Empathie und Verlässlichkeit. Wenn Menschen sich gesehen und wertgeschätzt fühlen, steigt die Motivation – und das Team funktioniert wie ein echtes Miteinander, auch über tausende Kilometer hinweg.

7. Empathie als Haltung – nicht als Methode

Empathie lässt sich nicht in Trainingsmodulen lehren, sondern nur kultivieren. Sie beginnt mit der Bereitschaft, den anderen wirklich wahrzunehmen.

Ein Beispiel: Ein Projektleiter, der in einem internationalen Team arbeitet, erlebt, dass ein Kollege aus einem anderen Kulturkreis Aufgaben immer wieder verschiebt. Statt über mangelnde Disziplin zu urteilen, fragt er nach – und erfährt: Im Herkunftsland des Kollegen gilt es als unhöflich, direkt „Nein“ zu sagen. Das Problem war kein Mangel an Wille, sondern ein Missverständnis in der Kommunikation.

Empathie heißt, Unterschiede zu akzeptieren, ohne sie zu bewerten. Das gilt nicht nur kulturell, sondern auch individuell: Menschen ticken verschieden – und das ist gut so.

Tipp:
→ Hören Sie mit dem Ziel zu, zu verstehen – nicht, zu antworten.
→ Suchen Sie aktiv nach Perspektivenwechseln: „Wie sieht das der andere?“
→ Üben Sie sich in Geduld – Verständnis wächst durch Interesse, nicht durch Eile.

Empathie ist keine Schwäche. Sie ist die Fähigkeit, Brücken zu bauen – und das macht Projekte tragfähig, auch in stürmischen Zeiten.

Fazit

Sozialkompetenz im Projekt ist die Leitwährung moderner Führung. Sie entscheidet darüber, ob Projekte nur gemanagt oder wirklich geführt werden. Technik, Tools und Methoden sind wichtig – aber sie bleiben wirkungslos, wenn das Miteinander nicht stimmt.
Führung im Projekt heißt eben: Menschen Orientierung, Sicherheit und Sinn zu geben.

In meinem Gespräch mit Erhard Semlitsch von PMCC Consulting wurde klar: Erfolgreiche Projektleiterinnen und Projektleiter haben eines gemeinsam – sie kennen sich selbst, respektieren andere und schaffen Räume, in denen Leistung und Menschlichkeit sich nicht ausschließen.

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Weitere PPM-Infos

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#150 Rüstungsprojekte – Ein Blick auf Herausforderungen und Chancen https://www.theprojectgroup.com/podcast-projektmanagement/ruestungsprojekte/ https://www.theprojectgroup.com/podcast-projektmanagement/ruestungsprojekte/#respond Tue, 21 Oct 2025 06:00:00 +0000 https://www.theprojectgroup.com/podcast-projektmanagement/?p=5240 Rüstungsprojekte stehen heute unter einem enormen Druck: Einerseits müssen sie schneller umgesetzt werden als je zuvor, um auf neue Bedrohungen reagieren zu können. Andererseits gibt es viele Vorschriften, politische Abstimmungen und komplexe Prozesse, die Zeit kosten. Das Ergebnis: Oft vergehen Jahre, bis dringend benötigte Ausrüstung tatsächlich verfügbar ist – und das kann im Ernstfall gravierende […]

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Rüstungsprojekte stehen heute unter einem enormen Druck: Einerseits müssen sie schneller umgesetzt werden als je zuvor, um auf neue Bedrohungen reagieren zu können. Andererseits gibt es viele Vorschriften, politische Abstimmungen und komplexe Prozesse, die Zeit kosten. Das Ergebnis: Oft vergehen Jahre, bis dringend benötigte Ausrüstung tatsächlich verfügbar ist – und das kann im Ernstfall gravierende Folgen haben.

Gleichzeitig verändert sich die Rüstungsindustrie selbst:

  • Lieferketten müssen robuster werden,
  • neue digitale Methoden wie modellbasierte Entwicklung bringen frischen Wind,
  • und Cyber-Sicherheit spielt eine immer größere Rolle.

Doch wie lassen sich diese Herausforderungen meistern? Darüber spreche ich heute mit Projektexperten Dr. Thomas Henkelmann, der lange Jahre Unternehmen für große, komplexe Rüstungsprojekte begleitet hat. Gemeinsam werfen wir einen Blick auf die typischen Stolpersteine in dieser Branche – und darauf, welche Lösungen und neuen Ansätze dabei helfen können, Projekte schneller, effizienter und zukunftssicher zu machen.

Viel Spaß beim Zuhören!

⭐ ⭐ ⭐ ⭐ ⭐
Und noch eine Bitte zum Schluss: Wir freuen uns, wenn Sie unseren Podcast mit 5 Sternen Bewerten und in Ihrem Netzwerk weiterempfehlen. Vielen Dank!

Tina Ciotola


Mit Dr. Thomas Henkelmann

Dr. Thomas Henkelmann war seit Mai 2004 Associate Partner bei TPG The Project Group. Seit Januar 2019 ist er geschäftsführender Gesellschafter. Seminare, Schulungen und Implementierungskonzepte für Enterprise Project Management mit Microsoft Project waren die Schwerpunkte der Tätigkeit von Dr. Thomas Henkelmann in den letzten Jahren. Jetzt liegt dieser auf Consulting und Vertrieb.

Hier geht es zum LinkedIn-Profil:
https://www.linkedin.com/in/dr-thomas-henkelmann-1263222/


Sprungmarken

00:00Bürokratie, Politik und die Langsamkeit der Rüstungsprojekte 02:53Beschleunigungsgesetze, Digitalisierung und neue Chancen für die Industrie 04:41Vergabeverfahren: Spagat zwischen Tempo, Transparenz und Qualität 07:28Lieferketten, Engpässe und europäische Zusammenarbeit 12:02Komplexität moderner Waffensysteme und digitale Entwicklung 16:13Zusammenarbeit, Standards und typische Fehler in Großprojekten 18:38Cyber-Sicherheit als neue Herausforderung im Rüstungsbereich 23:11Fachkräftemangel und Nachwuchsgewinnung in der Rüstungsindustrie 29:18Politische Kontrolle, Finanzierung und Vertragsmodelle 36:40Blick nach vorn: Erfolgsfaktoren für das Projektmanagement der Zukunft

Relevante Links / Downloads

Werfen Sie einen Blick auf unsere Case Studies für weitere branchenspezifische Herausforderungen:

https://www.theprojectgroup.com/de/case-study-projektmanagement-loesung#c321137


Was Sie jetzt tun können, um keine Praxistipps rund um das Projektmanagement zu verpassen   


Podcast-Zusammenfassung: Rüstungsprojekte – Ein Blick auf Herausforderungen und Chancen

Rüstungsprojekte stehen heute unter beispiellosem Druck. Sie sollen schneller und effizienter umgesetzt werden als je zuvor – und gleichzeitig höchsten Sicherheits-, Qualitäts- und Transparenzanforderungen gerecht werden. Neue geopolitische Spannungen, der Krieg in Europa und die wachsende Bedeutung technologischer Souveränität haben die Verteidigungsindustrie in den Fokus gerückt.

In der Podcastfolge „Rüstungsprojekte – Ein Blick auf Herausforderungen und Chancen“ spreche ich mit Dr. Thomas Henkelmann, der seit vielen Jahren große und komplexe Rüstungsprojekte begleitet. Im Gespräch wird deutlich, dass sich die Branche im Umbruch befindet – und dass Digitalisierung, Agilität und Zusammenarbeit über die Zukunftsfähigkeit entscheiden werden. Dieser Artikel fasst die wichtigsten Inhalte für Sie zusammen. Viel Spaß beim Lesen!


Bürokratieabbau als größter Hebel

Eines der größten Hindernisse für schnellere und bessere Rüstungsprojekte ist die Bürokratie. Zwischen Bedarfsermittlung, Genehmigung, Finanzierung und Auslieferung vergehen oft viele Jahre. Jeder Schritt ist mit komplexen Prüfprozessen, Abstimmungen und formalen Anforderungen verbunden.

Das ist kein Zufall: In Deutschland und der EU sind Rüstungsprojekte an strenge Regularien gebunden – etwa das Vergaberecht, Haushaltsgesetze oder internationale Abkommen. Diese schützen zwar Transparenz und Rechtssicherheit, verhindern aber oft schnelle Entscheidungen. Ein Projekt kann sich mehrfach verzögern, weil politische Mehrheiten wechseln oder Haushaltsmittel neu verteilt werden.

Eine Lösung liegt in klareren Zuständigkeiten und Entscheidungswegen. Wenn weniger Instanzen prüfen und Verantwortlichkeiten eindeutig geregelt sind, lassen sich Prozesse erheblich verkürzen.

Ein Beispiel: Die deutsche Bundesregierung hat in den letzten Jahren mehrere sogenannte „Beschleunigungsgesetze“ beschlossen – etwa zur Flächengewinnung oder Energieversorgung. Ähnliche Ansätze wären auch in der Rüstungsbeschaffung denkbar, indem z. B. Doppelprüfungen entfallen und digitale Freigabeprozesse eingeführt werden.

Zwischen Beschleunigung und Transparenz

Schnelligkeit darf nicht auf Kosten von Qualität und Fairness gehen. Wenn Ausschreibungen stark verkürzt oder Verfahren vereinfacht werden, droht der Verlust an Nachvollziehbarkeit. Fehlerhafte Vergaben oder Qualitätsmängel führen später zu Nacharbeiten, Kostenexplosionen und Vertrauensverlust.

Deshalb braucht es einen ausgewogenen Ansatz. Digitale Plattformen können helfen, Beschaffungsprozesse effizienter und transparenter zu gestalten. Ein gutes Beispiel sind elektronische Vergabesysteme, die europaweit standardisiert arbeiten und Dokumente, Fristen sowie Bewertungen automatisch nachverfolgen. Sie beschleunigen Entscheidungen – und schaffen gleichzeitig lückenlose Nachweise.

Ein zentrales Ziel muss sein, die Akzeptanz in der Öffentlichkeit zu sichern. Wenn Bürgerinnen und Bürger nachvollziehen können, wie und warum bestimmte Aufträge vergeben werden, stärkt das das Vertrauen in Staat und Industrie. Transparenz und Geschwindigkeit müssen also nicht im Widerspruch stehen – sie erfordern lediglich moderne, digital gestützte Verfahren.

Lieferketten stärken – Risiken aktiv steuern

Ein neuralgischer Punkt ist die Abhängigkeit von globalen Lieferketten. Viele essenzielle Komponenten – etwa Elektronik, Sensorik oder spezielle Metalle – stammen von wenigen Herstellern weltweit. Ein Engpass bei einem einzigen Zulieferer kann ganze Projekte lahmlegen.

Ein Beispiel: Während der COVID-19-Pandemie mussten mehrere europäische Munitionshersteller ihre Produktion drosseln, weil Grundstoffe wie Pulver und elektronische Zündsysteme aus Drittstaaten nicht mehr verfügbar waren. Diese Abhängigkeit zeigte, wie verletzlich selbst sicherheitskritische Industrien sind.

Ein wirksames Gegenmittel ist strategische Diversifizierung. Das bedeutet, mehr lokale Lieferanten einzubinden und kritische Komponenten in Europa selbst zu produzieren. Auch der Aufbau strategischer Reserven – etwa von Spezialmetallen oder Fertigungskapazitäten – kann helfen, Krisen zu überbrücken.

Für Projektmanagerinnen und Projektmanager bedeutet das: Risiken müssen frühzeitig erkannt, bewertet und aktiv gesteuert werden. Dazu gehören Szenarioanalysen, Alternativpläne und die kontinuierliche Überwachung der Lieferketten. Risikomanagement wird so zu einem der zentralen Erfolgsfaktoren in modernen Rüstungsprojekten.

Komplexität moderner Systeme

Die technologische Komplexität moderner Rüstungssysteme ist enorm. Flugabwehrsysteme, Panzer oder Kommunikationsnetzwerke bestehen aus hochintegrierten Komponenten: Sensoren, Software, Steuerungen und Plattformen müssen reibungslos zusammenarbeiten – über Länder- und Unternehmensgrenzen hinweg.

Solche Projekte ähneln mehr einem lebenden Organismus als einem klassischen Produkt. Jede Änderung an einem Teil kann Auswirkungen auf das Gesamtsystem haben. Hinzu kommt, dass sich Technologien während der Entwicklungszeit weiterentwickeln – was Anpassungen und zusätzliche Tests nötig macht.

Hier bieten modellbasierte, digitale Entwicklungsansätze einen echten Durchbruch. Mit sogenannten „digitalen Zwillingen“ – virtuellen Abbildern realer Systeme – lassen sich Tests, Simulationen und Integrationsprozesse digital durchführen. So können Fehler und Inkompatibilitäten bereits erkannt werden, bevor ein physisches Produkt entsteht.

Beispiel: In der Luftfahrtindustrie werden Flugzeugmodelle heute vollständig digital entwickelt und getestet, bevor sie in Produktion gehen. Dieses Prinzip lässt sich auch auf Rüstungsprojekte übertragen. Der Vorteil: geringere Kosten, kürzere Entwicklungszeiten und eine höhere Produktqualität.

Cybersicherheit als strategische Aufgabe

Je stärker Systeme vernetzt sind, desto größer ist die Angriffsfläche für Cyberattacken. Die Rüstungsindustrie steht dabei besonders im Fokus – nicht nur durch staatlich gesteuerte Angriffe, sondern auch durch wirtschaftliche Spionage.

Ein bekanntes Beispiel: Der Cyberangriff auf Rheinmetall im Frühjahr 2023. Hacker erbeuteten rund 750 Gigabyte sensibler Daten, darunter technische Details zu Panzerkomponenten und Testprotokollen. Selbst wenn keine geheimen Dokumente betroffen waren, ermöglichten die Informationen Rückschlüsse auf Sicherheitslücken – ein massives Risiko.

Cybersicherheit muss daher von Beginn an Teil des Projektmanagements sein. Dazu gehören strenge Zugriffskontrollen, regelmäßige Sicherheitstests und verschlüsselte Kommunikationswege. Ebenso wichtig ist die Absicherung der gesamten Lieferkette, denn oft sind kleine Zulieferer die schwächsten Glieder.

Nicht zuletzt spielt der Mensch eine zentrale Rolle. Viele Sicherheitsvorfälle entstehen durch Unachtsamkeit. Regelmäßige Schulungen, Sensibilisierungskampagnen und Tests helfen, Risiken zu minimieren. Studien zeigen, dass bereits zehn Prozent der Mitarbeitenden jährlich auf Phishing-Mails hereinfallen – ein Risiko, das nur durch konsequente Aufklärung reduziert werden kann.

Fachkräftemangel als Engpass

Neben technischen Herausforderungen kämpft die Branche mit einem strukturellen Problem: dem Fachkräftemangel.
Bis 2030 könnten laut Schätzungen mehr als 700.000 Stellen in MINT-Berufen unbesetzt bleiben. Für Rüstungsunternehmen, die auf hochqualifizierte Ingenieurinnen, Informatiker und Systemplaner angewiesen sind, ist das ein kritisches Risiko.

Viele Unternehmen reagieren mit gezielten Programmen: duale Studiengänge, Kooperationen mit Hochschulen oder Mentoring-Initiativen. Auch Quereinsteigerinnen aus verwandten Industrien – etwa Automotive oder Maschinenbau – sind zunehmend gefragt.

Zugleich hat sich das gesellschaftliche Bild der Rüstungsindustrie verändert. Seit Beginn des Ukrainekriegs sehen viele Menschen Verteidigung wieder als Teil der Friedenssicherung. Diese Neubewertung stärkt das Employer Branding der Branche. Unternehmen, die Verantwortung übernehmen und moderne Arbeitsbedingungen bieten, können heute deutlich leichter Talente gewinnen als noch vor wenigen Jahren.

Künstliche Intelligenz verändert das Projektmanagement

Künstliche Intelligenz hält zunehmend Einzug in die Projektarbeit. In sicherheitssensiblen Branchen wie der Rüstungsindustrie geschieht das mit besonderer Vorsicht – aber der Nutzen ist enorm.

KI kann Routineaufgaben automatisieren: Projektberichte generieren, Risiken identifizieren, Zeitpläne optimieren oder Dokumente zusammenfassen. Das entlastet Projektmanagerinnen und Projektmanager und schafft Freiraum für strategische und kreative Aufgaben.

Darüber hinaus eröffnet KI neue Wege in der Entwicklung. Durch maschinelles Lernen lassen sich Designs optimieren oder Fehlerquellen in komplexen Modellen erkennen, bevor sie auftreten. In Kombination mit digitalen Zwillingen entstehen Systeme, die sich selbst verbessern – ein Meilenstein für Effizienz und Qualität.

Die große Herausforderung besteht darin, KI verantwortungsvoll zu integrieren: sicher, nachvollziehbar und ethisch kontrollierbar. Nur dann kann sie ihre volle Wirkung entfalten – als Werkzeug, das Menschen stärkt, statt sie zu ersetzen.

Finanzielle Stabilität durch neue Vertragsmodelle

Langfristige Rüstungsprojekte sind finanziell anspruchsvoll. Zwischen Planung und Auslieferung können Jahre oder Jahrzehnte liegen – mit entsprechend vielen Unwägbarkeiten bei Rohstoffpreisen, Technologien oder politischen Prioritäten.

Eine Möglichkeit, Stabilität zu schaffen, sind phasenweise freigegebene Budgets. Jedes Projekt wird in Etappen finanziert, wobei der nächste Abschnitt erst genehmigt wird, wenn der vorherige erfolgreich abgeschlossen ist. Das sorgt für Transparenz, Flexibilität und Kostenkontrolle.

Ein weiteres Modell ist der Cost-Plus-Incentive-Vertrag. Dabei trägt der Staat die tatsächlichen Kosten, gewährt aber Boni, wenn Zeit-, Qualitäts- oder Kostenziele übertroffen werden. Beide Seiten profitieren: Der Staat erhält Effizienz, die Industrie hat einen Anreiz, optimal zu wirtschaften.

Solche Modelle fördern eine partnerschaftliche Zusammenarbeit – weg vom reinen Auftraggeber-Lieferanten-Denken, hin zu gemeinsamen Zielen. Wichtig ist jedoch eine offene Kommunikation über Kosten, Risiken und Chancen. Nur Transparenz schafft Vertrauen – innerhalb der Projekte und in der öffentlichen Wahrnehmung.

Europa als gemeinsames Projekt

Viele der genannten Herausforderungen lassen sich nur gemeinsam lösen. Unterschiedliche nationale Standards, Zulassungsverfahren und Zertifizierungen führen bis heute dazu, dass europäische Projekte parallel entwickelt werden, statt Synergien zu nutzen.

Ein Beispiel ist das Future Combat Air System (FCAS), das von Deutschland, Frankreich und Spanien gemeinsam entwickelt wird. Unterschiedliche nationale Anforderungen, Datenschutzvorgaben und Zuständigkeiten erschweren den Fortschritt erheblich. Ein gemeinsamer europäischer Standard für Qualität, Sicherheit und Kommunikation könnte hier vieles vereinfachen.

Europa hat die Chance, eine eigenständige, innovative und resiliente Verteidigungsindustrie aufzubauen. Das erfordert Mut zu Reformen, aber auch Vertrauen zwischen den Partnern. Wenn Standards, Zertifizierungen und Kompetenzen gegenseitig anerkannt werden, stärkt das nicht nur die Wettbewerbsfähigkeit, sondern auch die strategische Autonomie Europas.

Fazit

Rüstungsprojekte sind weit mehr als technische Großvorhaben. Sie sind ein Spiegelbild wirtschaftlicher Leistungsfähigkeit, politischer Verantwortung und gesellschaftlicher Werte.

Dr. Thomas Henkelmann sieht die Branche an einem entscheidenden Wendepunkt: Wenn Bürokratie abgebaut, digitale Prozesse genutzt und europäische Kooperationen gestärkt werden, kann daraus eine der innovativsten Industrien des Kontinents entstehen. Am Ende geht es um Verantwortung – gegenüber Sicherheit, Zusammenarbeit und Zukunft. „Denn wer verteidigen kann, schafft erst die Grundlage für Frieden.“


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#149 Der KI-Kompass – Know-how für KI im Projektalltag https://www.theprojectgroup.com/podcast-projektmanagement/ki-kompass/ https://www.theprojectgroup.com/podcast-projektmanagement/ki-kompass/#respond Tue, 07 Oct 2025 06:00:00 +0000 https://www.theprojectgroup.com/podcast-projektmanagement/?p=5218 Herzlich Willkommen zu einer neuen TPG Podcast-Episode. Heute spreche ich mit Wolfgang Habison und Peter Buchas von PMCC Consulting. Beide sind Trainer, Berater und Coach mit über 15 Jahren Erfahrung in Projekt- und Prozessmanagement sowie Sozialkompetenz-Trainings. Gemeinsam widmen wir uns heute einem Thema, das die Zukunft der Projektarbeit prägt: KI Kompetenz im Projektalltag. Wolfgang und Peter […]

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Herzlich Willkommen zu einer neuen TPG Podcast-Episode. Heute spreche ich mit Wolfgang Habison und Peter Buchas von PMCC Consulting. Beide sind Trainer, Berater und Coach mit über 15 Jahren Erfahrung in Projekt- und Prozessmanagement sowie Sozialkompetenz-Trainings. Gemeinsam widmen wir uns heute einem Thema, das die Zukunft der Projektarbeit prägt: KI Kompetenz im Projektalltag.

Wolfgang und Peter haben bei PMCC den „KI Kompass“ entwickelt – ein Seminarformat, das anhand von KI-Essentials, Use Case-Entwicklung, Tools für Planung, Steuerung und Führung sowie ethischen und datenschutzrechtlichen Aspekten zeigt, wie KI Projektarbeit smarter, effizienter und nachhaltiger machen kann.

In der heutigen Episode stellen wir uns den Fragen: Wo liegen die echten Mehrwerte für Projektmanager:innen? Welche Stolpersteine gilt es zu kennen? Und vor allem: Wie bringt man KI praktisch in den Projektalltag?

Viel Spaß beim Zuhören!

⭐ ⭐ ⭐ ⭐ ⭐
Und noch eine Bitte zum Schluss: Wir freuen uns, wenn Sie unseren Podcast mit 5 Sternen Bewerten und in Ihrem Netzwerk weiterempfehlen. Vielen Dank!

Tina Ciotola


Mit Wolfgang Habison

Wolfgang Habison arbeitet als diplomierter Wirtschafts- und Sozialwissenschaftler seit jeher im Spannungsfeld zwischen Menschen und Technologien. Als zertifizierter Projekt- und Prozessmanager mit systemischen Wurzeln beschäftigt er sich seit vielen Jahren mit den Grenzen und Möglichkeiten technischer Hilfsmittel im Projektalltag. Früh hat er den Einsatz von KI als Gestaltungsfeld erkannt und unterstützt Projektmanager:innen dabei, diese Technologien für Optimierungen und Erweiterungen in ihren Projekten und Prozessen nutzbar zu machen.

Hier geht es zum LinkedIn-Profil:
linkedin.com/in/wolfgang-habison

und Peter Buchas

Peter Buchas ist als Interimsmanager in Operations und Projektleiter in technischen Industrien sowie für Reorganisationen im Einsatz. Seine Passion ist es, Menschen in Organisationen und Projekten für Lean zu begeistern. Peters Verbindung zu KI: vor sechs Jahren entwickelte er eine HR-Lösung, die prädiktive Analysen basierend auf Reinforcement Learning bietet.

Hier geht es zum LinkedIn-Profil:
linkedin.com/in/peterbuchas


Sprungmarken

00:00Intro 01:42Wo liegen die größten Potenziale von KI im PM? 02:41Wo liegen die größten Risiken? 11:31KI ohne Strategie nutzen, ja oder nein? 14:28Warum der KI-Kompass? 18:44Die Module im Überblick 22:00Warum ein Modul für soziale Kompetenzen? 26:33Verlieren wir Wissen durch die Arbeit mit KI? 33:53Die beliebtesten Use Cases 27:29Wo geht die Reise hin? 47:03Fazit

Relevante Links / Downloads

Podcasts zu PM-Trainings / Zertifizierungen

  • https://www.theprojectgroup.com/podcast-projektmanagement/projektmanagement-lernen-ipma/
  • https://www.theprojectgroup.com/podcast-projektmanagement/zertifizierungen-im-projektmanagement/

Podcasts zum Thema KI:

Links zu PMCC, Wolfgang Habison und Peter Buchas


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Podcast-Zusammenfassung: Der KI-Kompass: KI im Projektalltag erfolgreich einführen und nutzen

Künstliche Intelligenz (KI) ist längst keine Zukunftsvision mehr. Sie verändert bereits heute, wie Projekte initiiert, gesteuert und abgeschlossen werden. Doch nicht jede KI-Anwendung verschafft automatisch Mehrwert. Es kommt darauf an, wie und wo Sie KI einsetzen. In der Podcastfolge „Der KI-Kompass – Know-how für KI im Projektalltag“ geben Wolfgang Habison und Peter Buchas von PMCC Consulting konkrete Einblicke. Sie zeigen auf, wie sich KI strukturiert einführen lässt – und was dabei oft unterschätzt wird. In diesem Artikel haben wir die wichtigsten Take-Aways für Sie zusammengefasst.

1. Potenziale erkennen: Automatisierung, Augmentierung, Optimierung

KI bietet drei zentrale Wirkungsebenen. Jede entfaltet sich in unterschiedlichen Tools und Aufgaben.

  • Automatisierung
    Sie nehmen Routine-Aufgaben ab: etwa Status-Reports generieren, Termine koordinieren oder Protokolle aus Meetings zusammenstellen. Dadurch sinkt der Aufwand manuell, und das Projektteam bekommt Freiraum.
  • Augmentierung
    Hier fungiert KI als „Sparringspartner“: Sie hilft bei Ideenfindung, Literatur- oder Quellenrecherche, bei der Vorbereitung auf Entscheidungen oder schwierige Gespräche. KI liefert Impulse, Menschen verfeinern.
  • Optimierung
    Aus vorhandenen Daten entstehen neue Einsichten: Risiken lassen sich früher identifizieren, Abweichungen zwischen Plan und Ist auffinden, Muster erkennen, die auf Verbesserungen hinweisen. Optimierung schafft bessere Steuerung.

Diese Potenziale sind nicht unabhängig zu betrachten. Häufig überlappen sie: Ein Tool, das berichte automatisiert, kann auch analysieren und Verbesserungspotenziale vorschlagen.

Tipp: Wählen Sie zum Pilotieren Ihrer KI einen Anwendungsbereich, in dem alle drei Ebenen zumindest angedeutet sind. Das kann etwa das Risikomanagement oder die Projektfortschrittskontrolle sein. So gewinnen Sie ein umfassenderes Bild vom realen Nutzen der KI-Unterstützung.

2. Risiken nicht unterschätzen: Datenschutz, Ethik und Unternehmenskultur

Mit der Einführung von KI endet nicht das Projektmanagement – neue Verantwortlichkeiten beginnen.

  • Datenschutz & Datenhoheit
    Viele KI-Modelle und Tools speichern Daten, auch Trainingsdaten. Es ist zu prüfen, wer Zugriff hat, wo Daten gespeichert und wie sie verarbeitet werden. Besonders bei externen Tools gelten Sicherheitsanforderungen und Compliance-Regeln.
  • Ethik & Bias
    KI-Systeme spiegeln Verzerrungen ihrer Trainingsdaten wider. Wenn diese nicht bewusst geprüft werden, entstehen ungerechtfertigte Benachteiligungen. Beispiele sind falsche Vorhersagen, unfaire Risikoeinstellungen oder tendenziöse Bewertungen.
  • Führung & Kultur
    Führungskräfte müssen Rahmenbedingungen setzen: klare Verantwortlichkeiten, Rollen, Regeln für KI-Nutzung. Ohne Leadership entstehen Schatten-KI, Doppelgleisigkeiten, unklare Erwartungen. Mitarbeitende brauchen Vertrauen und Mitbestimmung.
  • Transparenz & Nachvollziehbarkeit
    KI-Entscheidungen müssen nachvollziehbar sein – zumindest so weit, dass Kontrolle möglich ist. Es genügt oft nicht, ein Modell laufen zu lassen und sich auf das Ergebnis zu verlassen. Dokumentation, Monitoring und Review sind notwendig.

Tipp: Erarbeiten Sie mit Ihrem Team und der Geschäftsleitung verbindliche Leitlinien für KI-Einsatz: Datenschutzstandards, ethische Prinzipien und wie Verantwortlichkeiten zu verteilen sind. So vermeiden Sie Reibungsverluste und Fehlentwicklungen.

3. Mensch bleibt im Mittelpunkt – trotz KI

KI ist leistungsstark, aber sie kann nicht ersetzen, was Menschen einzigartig macht: Kreativität, Intuition und Empathie. Gerade bei sozialen Kompetenzen stößt KI an ihre Grenzen. Sie kann helfen, Gespräche vorzubereiten oder Konflikte zu simulieren – doch Entscheidungen bleiben menschliche Aufgaben. Wenn KI falsch genutzt wird, droht ein gefährlicher Trend: Unternehmen könnten ihre Belegschaft so stark reduzieren, dass Wissenstransfer und Innovation verloren gehen.

Die wichtigsten Faktoren:

  • Human in the loop“ lautet deshalb das Grundprinzip: KI liefert Vorschläge, Menschen prüfen und entscheiden.
  • Kreativität und Intuition
    Neue Ideen, Visionen, Innovation entstehen nicht allein durch Algorithmen. KI kann Vorschläge machen, Inspiration liefern, aber der kreative Sprung bleibt menschlich.
  • Kommunikation und Empathie
    Wenn es darum geht, Teams zu führen, Stakeholder zu überzeugen oder Konflikte zu lösen, dann zählt der persönliche Umgang. KI kann Textvorschläge liefern oder Gesprächssimulationen anbieten, doch das Gespür für Ton, Timing und Empathie bleibt Aufgabe der Menschen.
  • Entscheidungskompetenz
    Auch wenn KI Vorschläge macht, ist zu prüfen: Passt es zur Strategie? Zu den Werten? Zu den Ressourcen? Wer trägt die Verantwortung, wenn etwas schiefgeht? Menschliche Kontrolle (Human-in-the-Loop) ist kein Add-on, sondern Pflicht.
  • Wissens-Transfer & Lernen
    Wenn KI Aufgaben übernimmt, darf nicht der Blick fürs Ganze verloren gehen. Erfahrung, Projektwissen, informelles Wissen draußen in der Organisation – dafür muss gesorgt sein. Sonst droht „Black-Box-Wissen“, das nicht geteilt wird.

Tipp: Sichern Sie menschliche Beteiligung bewusst: in Entscheidungsphasen, bei der Auswertung der Ergebnisse, in Feedback-Schleifen. So bleibt Qualität erhalten und Akzeptanz wächst.

4. Das KISA-Modell: Struktur für eine gelungene Einführung von KI

Das Seminar von PMCC basiert auf dem eigens entwickelten TISA-Modell, das hilft, KI-Einsätze gezielt zu planen: Dabei steht KISA für:

  • K – Klare Zielsetzung (Use Case definieren)
    Vor Beginn muss klar sein: Was genau soll verbessert werden? Welche Probleme sollen adressiert werden? Nutzen, Wirkung, Stakeholder müssen formuliert sein. Z. B. das Ziel, Projektzeit und Ressourcen transparenter zu planen oder Zielkonflikte früh zu erkennen.
  • I – Identifikation des KI-Typs
    Welche KI-Variante passt zum Use Case? Perzeptive KI (Wahrnehmen, z. B. Bilderkennung oder Sprachverarbeitung), kognitive KI (Verstehen, Analysen, Entscheidungen), interaktive KI (Chatbots etc.), generative KI (Texte, Bilder, Vorschläge), automatisierende KI (Routineaufgaben, Automatisierung von Abläufen). Die korrekte Identifikation verhindert, dass Sie die falsche Lösung einsetzen.
  • S – Szenario im Projektalltag
    Wie sieht die Anwendung konkret aus? Wer liefert die Daten? In welchem Format? Wie oft wird das Tool benutzt? Etwa: Projektleiter:innen geben gesammelte Rohdaten ein, die KI klassifiziert Ziele und schlägt SMART-Formulierungen vor, erkennt Widersprüche oder unklare Formulierungen. Das Szenario muss operationalisierbar sein.
  • A – Auswahl geeigneter Tools & Plattformen
    Anschließend prüfen Sie, welche Software oder Plattform diese Anforderungen erfüllt: Datenformate, Schnittstellen, Bedienbarkeit, Datenschutz, Kosten, etc. Beispiele sind ChatGPT, MS Copilot, Notion AI oder andere Tools, die je nach Use Case geeignet sind. Wichtig: Kompatibilität mit bestehenden Systemen und Nutzbarkeit im Alltag.

Zusätzlich wird das KISA-Modell im PMCC-Ansatz oft ergänzt durch Checklisten wie die D.R.A.K.E.-Formel. Diese helfen beim Gestalten der Prompts, damit die Kommunikation mit der KI klar, effizient und zielgerichtet ist. Dazu gehören Fragen nach Rolle, Kontext, Aufgabe, Format, etc. pma.at

Tipp: Nutzen Sie eine strukturierte Methode bevor Sie in den Markt investieren. So reduzieren Sie Risiko und sorgen für eine stimmige Einführung.

5. Praxisbeispiele & Erfahrungsberichte aus dem Seminar

Wolfgang Habison und Peter Buchas schildern konkrete Use Cases, um greifbar zu machen, wie KI Projekte verändert.

  • Projektzeit- und Ressourcenplanung
    Im Seminar wird gezeigt, wie Rohdaten aus verschiedenen Quellen zusammengetragen werden – z. B. aus Meetingprotokollen, Workshops, Whiteboards – und wie eine KI daraus Informationen extrahiert, Hauptziele und Zusatzziele klassifiziert, SMART-Formulierungen vorschlägt. So entsteht Transparenz über Prioritäten und Zielkonflikte.
  • Risikoabschätzung & Szenarioanalyse
    Anhand interner und externer Daten lassen sich potentielle Risiken früher erkennen. KI kann verschiedene Projektverläufe simulieren – etwa bei Verzögerung einzelner Aufgaben oder Ressourcenengpässen – und Handlungspfade aufzeigen, wie auf Abweichungen zu reagieren wäre.
  • Kommunikation & Stakeholdermanagement
    KI wird eingesetzt, um Feedback aus Stakeholder-Interviews auszuwerten. Ergebnisse werden zusammengefasst, Kernaussagen herausgefiltert. Mitarbeitende erhalten Vorschläge, wie man Präsentationen oder Berichte formulieren kann, um unterschiedliche Interessen zu berücksichtigen.
  • Schnellere Entscheidungsprozesse
    Durch automatisierte Dashboards oder Reportingtools mit KI-komponenten sparen Projektteams Zeit. Dort, wo sie früher zahlreiche Excel-Tabellen manuell gepflegt haben, liefert KI Auswertungen, erkennt Trends und weist auf Abweichungen hin – alles in deutlich kürzerer Zeit.

Diese Beispiele machen eines klar: Die größte Hürde ist nicht die Technik, sondern die Integration. Wenn Abläufe, Rollen und Erwartungen nicht klar sind, bleibt das Potenzial teilweise ungenutzt.

Tipp: Dokumentieren Sie jeden Use Case: Ausgangslage, eingesetzte Tools, Lessons Learned. Teilen Sie Erkenntnisse offen im Team – das fördert Lernkultur und erleichtert spätere Vorhaben.

6. Mindset & Skills – wie Menschen wachsen

KI-Einführung ist mehr als technisches Projekt: Es ist Veränderung im Denken, Handeln und in der Zusammenarbeit.

  • Kompetenzaufbau
    Projektteams brauchen Verständnis für KI-Grundlagen: Was bedeutet maschinelles Lernen, wie funktioniert Generative AI, wo liegen Grenzen? Wer Tools nutzt, sollte wissen, wie sie datenmäßig arbeiten und was Bias bedeutet.
  • Offenheit für Experimentieren und Scheitern
    Nicht jeder Use Case gelingt sofort. Kleine Fehler oder unerwartete Ergebnisse gehören dazu. Wichtig ist, daraus zu lernen, nicht zu verwerfen. Iteration ist Teil der Entwicklung.
  • Einbindung aller Ebenen
    Es genügt nicht, wenn die Führung entscheidet. Mitarbeitende sollten mitreden, mitgestalten. So steigen Akzeptanz und Verbindlichkeit. Auch Stakeholder außerhalb des Projektteams – z. B. Datenschutz, Compliance, Controlling – gehören früh ins Boot.
  • Kommunikation & Transparenz
    Wie arbeiten wir mit KI? Was sind Erwartungen? Was kann sie leisten, und was nicht? Diese Fragen sollten offen diskutiert werden, damit niemand überfordert oder verunsichert wird.

Tipp: Investieren Sie in Schulung & Workshops, nicht nur in Technik. Ermutigen Sie Ihr Team, KI-Skills aufzubauen – durch interne Trainings oder externe Angebote.

7. Blick in die Zukunft – Chancen für Organisationen

Die Entwicklung geht weiter – und wer heute handelt, kann morgen in Führung sein.

  • Regulatorische Rahmenbedingungen
    In Europa kommen zunehmend Regeln für KI-Nutzung: Datenschutz, Transparenzpflichten, mögliche Anforderungen an Audits. Wer jetzt klare Strukturen aufbaut, ist vorbereitet.
  • Wettbewerb durch Innovation
    Unternehmen, die früh KI-Kompetenz haben, werden Prozesse effizienter gestalten, schneller auf Marktveränderungen reagieren und Kundenanforderungen proaktiv bedienen können.
  • Risiken von Komfortfallen
    Wenn KI nur dazu dient, Bestehendes schneller zu machen, aber nichts verändern will, bleibt Innovation auf der Strecke. Es besteht Gefahr, dass Teams sich auf KI-Vorschläge verlassen, ohne zu hinterfragen.
  • Nachhaltigkeit & Verantwortung
    KI-Einsatz muss auch nachhaltig sein: ökologisch (Stromverbrauch, Hardware), sozial (Fairness), ökonomisch (Kosten vs Nutzen über den gesamten Lebenszyklus). Verantwortung sollte nicht allein Technik-Abteilungen überlassen sein.

Tipp: Legen Sie eine Roadmap an: Wo soll KI in 1 Jahr, 3 Jahren sein? Welche Kompetenzen wollen Sie aufbauen? Welche Use Cases könnten mittelfristig strategisch sein? So steuern Sie bewusst in die Zukunft.

Fazit

KI im Projektmanagement birgt enorme Möglichkeiten, wenn sie bewusst und strukturiert eingesetzt wird. Wolfgang Habison und Peter Buchas zeigen, wie „KI kein Selbstzweck“ ist, sondern ein Werkzeug – sinnvoll dort eingesetzt, wo Ziel, Typ, Szenario und Tool sauber zusammenpassen (KISA).

Nur so entfalten Automatisierung, Augmentierung und Optimierung ihr Potenzial – ohne dass Datenschutz, Ethik oder menschliches Miteinander zu kurz kommen. Menschen bleiben am Steuer – KI hilft uns, aber ersetzt uns nicht.

Wenn Sie heute klein anfangen, offen kommunizieren und den Wandel Schritt für Schritt gestalten, dann sind Sie bestens aufgestellt, um Ihre Projekte effizienter, innovativer und nachhaltiger zu führen.


🎧 Hören Sie rein! Das ausführliche Gespräch mit Wolfgang Habison und Peter Buchas bietet viele weitere Insights und Beispiele: https://www.theprojectgroup.com/podcast-projektmanagement/ki-kompass


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#148 Projektmanagement lernen – Der perfekte Einstieg für die IPMA-Zertifizierung (Level D & C) https://www.theprojectgroup.com/podcast-projektmanagement/projektmanagement-lernen-ipma/ https://www.theprojectgroup.com/podcast-projektmanagement/projektmanagement-lernen-ipma/#respond Tue, 23 Sep 2025 06:00:00 +0000 https://www.theprojectgroup.com/podcast-projektmanagement/?p=5190 Willkommen zu einer neuen Folge unseres Podcasts rund um Projektmanagement und Weiterbildung! Heute sprechen wir über ein Thema, das vielen Projektmanagern auf dem Herzen liegt: die fundierte Vorbereitung auf eine IPMA-Zertifizierung – konkret auf die Level D & C. Warum lohnt es sich überhaupt, sich zertifizieren zu lassen? Was bringt eine Ausbildung in den Grundlagen […]

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Willkommen zu einer neuen Folge unseres Podcasts rund um Projektmanagement und Weiterbildung! Heute sprechen wir über ein Thema, das vielen Projektmanagern auf dem Herzen liegt: die fundierte Vorbereitung auf eine IPMA-Zertifizierung – konkret auf die Level D & C.

Warum lohnt es sich überhaupt, sich zertifizieren zu lassen? Was bringt eine Ausbildung in den Grundlagen des Projektmanagements – sowohl fachlich als auch für die persönliche Weiterentwicklung? Und was erwartet die Teilnehmenden in unserem speziell konzipierten Seminar für Projektmanagement-Einsteiger?

Dazu habe ich heute Tobias Drugowitsch von PMCC Consulting zu Gast. Als erfahrener Trainer gibt uns Tobias Einblicke in den Aufbau, die Inhalte und die Didaktik des Seminars. Wir sprechen darüber, warum dieses Training jedem Projektmanagemer eine optimales Basis-Kit zur Verfügung stellt, außerdem der ideale Startpunkt für eine Zertifizierung ist, aber auch: welche typischen Aha-Erlebnisse unsere Teilnehmer haben – und wie sich diese Investition in Wissen und Kompetenz langfristig auszahlt. Jetzt reinhören!

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⭐ ⭐ ⭐ ⭐ ⭐
Und noch eine Bitte zum Schluss: Wir freuen uns, wenn Sie unseren Podcast mit 5 Sternen Bewerten und in Ihrem Netzwerk weiterempfehlen. Vielen Dank!

Tina Ciotola


Und Seraphim Sörgel

Tobias Drugowitsch ist Senior Consultant und Partner bei PMCC Consulting in Graz sowie nebenberuflicher Lektor an der Karl-Franzens-Universität Graz (Campus 02) und der FH Joanneum . Er hat an der FH Kufstein Facility Management studiert, verfügt über eine HTL-Ausbildung im Bereich Holztechnik und ist zertifizierter Professional Scrum Master I (PSM I) . Mit über 20 Jahren Erfahrung in projektorientierten Organisationen liegt sein Schwerpunkt auf Projekt- und Risikomanagement, agilen Methoden, Zertifizierungsvorbereitung (IPMA®) sowie Projekt- und Prozesscoaching . Daneben ist er in Lehre, Coaching und der Begleitung komplexer Projekte für nationale und internationale Kunden aktiv.

Hier geht es zum LinkedIn-Profil:
linkedin.com/in/tobias-drugowitsch


Sprungmarken

00:00Intro 01:45Was ist das Ziel der Level D und C Zertifizierung? 02:45Für wen eignet sich die Zertifizierung? 04:31Was müssen Sie mitbringen zur Prüfung? 08:04Aufbau des Vorbereitungsseminars 11:45Übungen zu jeder wichtigen Methode 15:34Typische AHA-Erlebnisse 21:07Braucht es eine strukturierte Ausbildung überhaupt? 23:32Unterschied Level D und C 25:44Teilnehmerfeedbacks 29:29Unterstützung im Nachgang 31:39Greifen die Zertifizierungen aktuelle Methoden auf? 33:37Vorteile der Ausbildung im Überblick

Podcast-Zusammenfassung: Projektmanagement lernen – Ihr perfekter Einstieg in die IPMA-Zertifizierung (Level D & C)

Projektmanagement ist heute eine der wichtigsten Fähigkeiten in Unternehmen. Ob bei der Einführung neuer Produkte, der Optimierung interner Prozesse oder bei strategischen Initiativen – Projekte bestimmen den Unternehmenserfolg.

Doch viele Menschen, die plötzlich in Projekten arbeiten, stehen vor einer Herausforderung: Wo fange ich an? Wie lerne ich die Methoden und Strukturen, die erfolgreiche Projekte möglich machen?

Hier setzt unser aktuelles Thema an. Gemeinsam mit Tobias Drugowitsch spreche ich im Podcast darüber, was ein optimales Trainingsangebot beinhalten muss, wenn Sie sich fundiertes Basiswissen im Projektmanagement aneignen oder auf die IPMA-Zertifizierung Level D und C vorbereiten möchten.

Damit ist das Seminar sowohl ein Sprungbrett für Ihre Karriere als auch ein praktisches Training. Es soll Ihnen helfen, Projekte im Unternehmen oder sogar im privaten Umfeld erfolgreich zu steuern. Dieser Artikel fasst die wichtigsten Inhalte des Gesprächs zusammen. Viel Spaß beim Lesen!

Warum eine Zertifizierung der IPMA sinnvoll ist

Die IPMA-Zertifizierung (International Project Management Association) gehört zu den weltweit anerkannten Standards im Projektmanagement. Sie bescheinigt, dass Sie fundierte Kenntnisse und Kompetenzen im Projektmanagement besitzen – und das nicht nur theoretisch, sondern auch in der Anwendung.

Für Unternehmen ist dies ein starkes Signal: Zertifizierte Projektmanagerinnen und Projektmanager bringen Struktur in die Arbeit, arbeiten nach klaren Methoden und können komplexe Herausforderungen besser bewältigen.

Für Sie persönlich bedeutet die Zertifizierung:

  • Klare Orientierung: Sie wissen, welche Methoden wann sinnvoll sind.
  • Karrierechancen: Viele Unternehmen bevorzugen zertifizierte Projektleitende.
  • Selbstvertrauen: Sie erhalten eine unabhängige Bestätigung Ihrer Fähigkeiten.

Die IPMA unterscheidet verschiedene Zertifizierungslevel, die sich an unterschiedliche Erfahrungsstufen richten:

  • Level D – der optimale Einstieg: Ideal für Menschen, die neu im Projektmanagement sind oder erste Berührungspunkte mit Projekten haben.
    Voraussetzung: nur theoretisches Wissen, keine praktische Erfahrung erforderlich.
  • Level C – für Fortgeschrittene: Sie benötigen mindestens drei Jahre Projekterfahrung, davon zwei Jahre in leitender Rolle.

Diese klare Struktur stellt sicher, dass jeder Teilnehmende genau dort abgeholt wird, wo er oder sie aktuell steht.

Der richtige Zeitpunkt, um zu starten

Viele fragen sich: Wann ist der beste Moment, um eine Zertifizierung zu beginnen?

Die Antwort: Je früher, desto besser – besonders für Level D. Sobald Sie in irgendeiner Form mit Projekten arbeiten, ist es sinnvoll, sich theoretisches Wissen anzueignen. Dieses Wissen ist ein Sicherheitsnetz: Es gibt Ihnen eine klare Struktur, auch wenn Sie noch nicht viel praktische Erfahrung haben.

Beispiele:

  • Sie arbeiten in einem Unternehmen, das gerade ein neues IT-System einführt.
  • Sie sind im Marketing tätig und koordinieren die Planung einer großen Kampagne.
  • Sie engagieren sich in einem Verein, der ein Event organisiert.

All das sind Projekte – und genau hier hilft Ihnen Level D.

Für Level C sollten Sie einsteigen, sobald Sie regelmäßig Projekte leiten oder wesentlich mitgestalten. Hier geht es stärker darum, Ihre bisherigen Erfahrungen zu reflektieren und gezielt zu vertiefen.

Ein klarer Vorteil: Die Zertifizierung macht Ihre Erfahrung sichtbar und messbar – und das ist oft ein Karriereschub.

Das Seminar: Eine „Learning Journey“

Das Vorbereitungsseminar zur IPMA-Zertifizierung ist bewusst als „Learning Journey“ konzipiert. Es begleitet Sie Schritt für Schritt von den Grundlagen bis hin zur Prüfung.

1. E-Learning als Startpunkt

Zwei Wochen vor Beginn erhalten die Teilnehmenden Zugang zu einer Online-Lerneinheit. Diese dauert etwa eine Stunde und vermittelt wichtige Grundbegriffe. So beginnt das Präsenzseminar nicht bei null – alle kommen mit einem einheitlichen Basiswissen.

Tipp: Planen Sie diese Stunde bewusst ein, idealerweise an einem ruhigen Ort. Je besser Sie vorbereitet starten, desto mehr profitieren Sie vom Präsenzteil.

2. Fünf intensive Tage vor Ort

Der Herzstück der Ausbildung sind fünf volle Tage, die meist in einem Seminarzentrum wie der IHK München stattfinden. Hier werden Theorie und Praxis eng verzahnt:

  • Gemeinsam arbeiten Sie an einem fiktiven Projekt, das den gesamten Seminarverlauf begleitet.
  • Nach jedem Theorie-Input folgt direkt die Anwendung in Gruppenarbeiten.
  • Sie lernen nicht nur Methoden kennen, sondern erleben sie in Aktion – inklusive typischer Konflikte und Teamdynamiken.

Beispiel: Nach einem Modul zur Zieldefinition formulieren Sie gemeinsam messbare Ziele für das fiktive Projekt. Dabei merken viele, wie schwierig es sein kann, klare und smarte Ziele zu definieren – eine Erfahrung, die im echten Berufsalltag Gold wert ist.

Besonders wertvoll ist der soziale Aspekt: Während der Woche wächst aus den Teilnehmenden ein echtes Team. Unterschiedliche Meinungen und Perspektiven führen zu lebendigen Diskussionen – genau wie in echten Projekten.

3. Reflexion und Transfer

Nach jeder Gruppenarbeit gibt es eine Reflexionsrunde. Hier besprechen Sie:

  • Wie sich die Methode angefühlt hat.
  • Welche Stolpersteine aufgetreten sind.
  • Wie Sie das Gelernte in Ihren Arbeitsalltag übertragen können.

Diese Reflexion sorgt dafür, dass das Wissen nicht nur theoretisch bleibt, sondern tatsächlich anwendbar wird.

4. Vorbereitung auf die Prüfung

Rund drei bis fünf Wochen vor Ihrem individuellen Prüfungstermin findet ein Online-Workshop statt. Hier werden prüfungsrelevante Themen intensiv besprochen.
Sie erhalten Musteraufgaben und erfahren genau, wie der Prüfungsablauf aussieht.
Das gibt Sicherheit und reduziert Prüfungsstress.

Welche Inhalte lernen Sie konkret?

Dank des PMCC-Angebots erhält das Seminar eine klare Content-Struktur, die sowohl methodisch als auch handlungsorientiert ist:

  • Vermittlung von Methoden & Instrumenten für klassische Projektarbeit:
    • Projektdefinition, Zielstruktur (SMART), Projektauftrag
    • Leistungs-, Termin-, Kosten‑ und Ressourcenplanung
    • Stakeholderanalyse, Projektstruktur, Kommunikationsmodelle
  • Prozesswissen rund um Start, Steuerung und Abschluss:
    • Projektstart: Prozessdesign, Team, Meetingstruktur
    • Zyklisches Controlling (Hard und Soft Facts), Projektmarketing intern und extern
    • Krisenmanagement, Projektabschluss mit Review, Lessons Learned, nachhaltiger Wissenstransfer
  • Unterfüttert durch umfassende Praxisunterlagen:
    • Checklisten, Vorlagen, Fotoprotokolle, Vertiefungsliteratur – als solide Handlungsgrundlage und Nachschlagewerk im Alltag

Zusätzlich legt PMCC einen hohen Wert auf Sozialkompetenz und Lernvielfalt: Interaktive Methoden, Storytelling, Erlebnisübungen und reflektierte Rollenarbeit sorgen für nachhaltigen Wissenszuwachs.

Aha-Momente der Teilnehmenden

Viele starten mit Respekt oder sogar Skepsis: „Projektmanagement – das klingt kompliziert und bürokratisch.“ Doch im Laufe des Seminars erleben sie drei typische Aha-Momente:

  1. Projektmanagement ist machbarer, als gedacht. Nicht jede Methode ist Pflicht. Sie lernen, flexibel auszuwählen, was zu Ihrem Projekt passt. Ergebnis: Weniger Überforderung, mehr Klarheit.
  2. Sozialkompetenz schlägt Methodik. Methoden sind wichtig – doch der entscheidende Erfolgsfaktor sind Menschen. Kommunikation, Empathie und Konfliktfähigkeit machen den Unterschied. Oder, wie Tobias es formuliert: „Man muss Menschen mögen.“
  3. Übertragbarkeit in den Alltag. Projektmanagement-Prinzipien funktionieren nicht nur im Job. Auch private Projekte – etwa die Urlaubsplanung mit der Familie – profitieren von klaren Zielen, Zeitplänen und Risikobetrachtungen. So wird Projektmanagement zu einer Denkweise, die das Leben insgesamt erleichtert.

Warum strukturierte Ausbildung überlegen ist

Natürlich könnten Sie sich Projektmanagement-Wissen auch selbst aneignen – durch Bücher, YouTube-Videos oder Learning by Doing. Doch dieser Weg hat klare Nachteile:

  • Keine Struktur: Sie wissen nicht, welche Themen wirklich wichtig sind.
  • Hoher Zeitaufwand: Sie verschwenden Energie auf irrelevante Inhalte.
  • Fehlerquote: Ohne Feedback riskieren Sie, falsche Methoden anzuwenden.

Das Seminar hingegen bietet einen klaren Werkzeugkasten: Sie erhalten geprüfte Methoden, die sofort anwendbar sind. Schon am Tag nach dem Seminar können Sie diese in Ihrem Job einsetzen – etwa für die Planung eines Meetings, die Erstellung eines Terminplans oder das Stakeholdermanagement.

Praxis-Tipp: Beginnen Sie nach dem Seminar mit einem kleinen Pilotprojekt, um Ihr neues Wissen direkt zu festigen. Das kann auch ein internes Projekt ohne großen Druck sein.

Herausforderungen in der Praxis

Ein häufiges Feedback der Teilnehmenden: Sie selbst arbeiten nun strukturiert – doch ihr Unternehmen nicht. Besonders Auftraggeber und Führungskräfte verstehen oft nicht, warum bestimmte Schritte notwendig sind.

Das führt zu Frust und Missverständnissen. Hier hilft es, geduldig aufzuklären und kleine Erfolge sichtbar zu machen. Im Seminar werden Strategien besprochen, wie Sie Ihr Umfeld Schritt für Schritt mitnehmen können.

Langfristiger Nutzen und Karrierevorteile

Das Gelernte zahlt sich in mehrfacher Hinsicht aus:

  • Schnellere Projekte: Klare Strukturen sparen Zeit und reduzieren Chaos.
  • Bessere Kommunikation: Sie wissen, wie Sie mit Stakeholdern effektiv interagieren.
  • Karriereboost: Die Zertifizierung macht Sie sichtbar – sowohl intern als auch auf dem Arbeitsmarkt.

Viele Teilnehmende berichten, dass sie dank des Seminars und der Zertifizierung neue Verantwortungsbereiche übernehmen konnten. Einige nutzten sie sogar als Sprungbrett für den nächsten Karriereschritt.

Fazit: Ihr Einstieg in eine neue Projektwelt

Eine IPMA-Zertifizierung ist weit mehr als nur ein Zertifikat. Sie ist ein Meilenstein für Ihre persönliche Entwicklung und eröffnet neue Perspektiven – sowohl beruflich als auch privat.

Ob Sie auf Level D starten oder direkt in Level C einsteigen: Das strukturierte Vorgehen gibt Ihnen Sicherheit, Orientierung und ein starkes Fundament.

Das Seminar zeigt, dass Projektmanagement kein Hexenwerk ist. Mit der richtigen Mischung aus Methoden, Praxis und Sozialkompetenz können Sie Projekte souverän steuern – und dabei sogar Freude am Prozess gewinnen.

Ein herzliches Dankeschön an Tobias Drugowitsch für die inspirierenden Einblicke und praxisnahen Tipps in unserem Gespräch. Wenn Sie Ihr Projektmanagement-Wissen auf das nächste Level heben möchten, gibt es keinen besseren Zeitpunkt als jetzt.

🎧 Hören Sie rein! Das ausführliche Gespräch mit Tobias Drugowitsch bietet viele weitere Insights und Beispiele: https://www.theprojectgroup.com/podcast-projektmanagement/projektmanagement-lernen-ipma


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#147 Der Global Young Crew Workshop: Das Flagship-Event für junge PM-Talente https://www.theprojectgroup.com/podcast-projektmanagement/147-der-global-young-crew-workshop-das-flagship-event-fuer-junge-pm-talente/ https://www.theprojectgroup.com/podcast-projektmanagement/147-der-global-young-crew-workshop-das-flagship-event-fuer-junge-pm-talente/#respond Tue, 09 Sep 2025 06:00:00 +0000 https://www.theprojectgroup.com/podcast-projektmanagement/?p=5199 Herzlich willkommen zu einer neuen Folge unseres Podcasts rund um Projektmanagement, Engagement und persönliche Weiterentwicklung. Heute werfen wir einen Blick hinter die Kulissen eines ganz besonderen Events – des Global YoungCrew Workshop 2025, der vom 19. bis 21. September an der Hochschule für Wirtschaft und Recht in Berlin stattfindet. Mein Gast ist Seraphim Sörgel, Ingenieur, […]

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Herzlich willkommen zu einer neuen Folge unseres Podcasts rund um Projektmanagement, Engagement und persönliche Weiterentwicklung. Heute werfen wir einen Blick hinter die Kulissen eines ganz besonderen Events – des Global YoungCrew Workshop 2025, der vom 19. bis 21. September an der Hochschule für Wirtschaft und Recht in Berlin stattfindet.

Mein Gast ist Seraphim Sörgel, Ingenieur, Projektleiter und Mitglied im Management Board der YoungCrew der GPM. Gemeinsam mit einem internationalen Team organisiert er dieses Flagship-Event für junge Projektmanager:innen. Unter dem Motto „Shaping the Future“ geht es um die Verbindung von Spaß, Lernen und internationalem Austausch – mit innovativen Formaten wie dem „Minimum Viable PMO“, interaktiven Networking-Sessions und einer Outdoor-Aktivität im Escape-Room-Stil.

Wir sprechen außerdem heute darüber, wie man sich als junger Projektmanagerin über die YoungCrew ehrenamtlich engagieren kann, welche Chancen sich dadurch beruflich wie persönlich eröffnen – und warum gerade dieses Event eine Bühne bietet, um über sich hinauszuwachsen.

Am besten gleich Reinhören!

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Tina Ciotola


Und Seraphim Sörgel

Seraphim Sörgel hat als Entwicklungsingenieur angefangen, und sich dann sukzessive in Projektleitungsverantwortung hineingearbeitet. Heute leitet er Neuproduktentwicklungen im IoT-Bereich. Über berufsbegleitende Studiengänge ist er vor drei Jahren auf die GPM aufmerksam geworden und zunächst der Young Crew beigetreten. Seit Ende 2024 sitzt Herr Sörgel im vierköpfigen Young Crew Management Board, wo ich unter anderem die Organisation des Global Young Crew Workshop 2025 in Berlin mitverantworte. „Das schöne an der Young Crew ist, dass man mit den zukünftigen Experten arbeiten kann, Spaß bei der Organisation hat und eine sehr niedrige Eintrittsbarriere hat (gibt es eigentlich nicht).“

Hier geht es zum LinkedIn-Profil:
linkedin.com/in/seraphim-soergel


Sprungmarken

00:00Intro 01:45Der Weg zur YoungCrew 03:05Was ist die YoungCrew? 05:59Wie starten Neulinge? 07:20Flagship-Event: der Global YoungCrew Workshop 08:31Das Motto: Shaping the Future 10:38Zusammenarbeit & Herausforderungen des Events 13:25Interaktives Programm mit vielen Take Aways 20:39Fachlich, menschlich, beruflich – die Vorteile im Überblick 23:56Was waren Stolpersteine für diesen Event? 26:17Erfolgmessung und Next Steps 29:18Fazit

Podcast-Zusammenfassung: Shaping the Future – Warum sich junge PM-Talente den Global Young Crew Workshop 2025 nicht entgehen lassen sollten

Ein internationales Netzwerk aufbauen, Kompetenzen vertiefen und über sich hinauswachsen – all das vereint der Global Young Crew Workshop 2025. Gemeinsam mit Projektleiter und Young Crew-Mitglied Seraphim Sörgel blicken wir hinter die Kulissen des Events und zeigen, wie sehr sich ehrenamtliches Engagement im Projektmanagement lohnen kann.

Ein Event mit echtem Mehrwert

Der Global Young Crew Workshop (GYCW) ist kein gewöhnliches Projektmanagement-Event. Er ist das internationale Flagship-Event der Young Crew der GPM, angesiedelt im Umfeld der IPMA. Vom 19. bis 21. September 2025 wird er an der Hochschule für Wirtschaft und Recht in Berlin stattfinden – parallel zum World Congress der IPMA, der in diesem Jahr sein 60-jähriges Bestehen feiert.

Schon das Setting macht deutlich: Hier treffen sich nicht nur PM-Talente aus Deutschland, sondern Vertreter:innen aus über 20 Nationen. Ein echtes Highlight – und eine organisatorische Herausforderung. Sprache, Kultur, Arbeitsweise: Alles ist bunt gemischt. Genau das ist gewollt.

Wer kann mitmachen – und wie?

Die Young Crew richtet sich an junge Menschen, die sich beruflich im Projektmanagement entwickeln wollen. Alter, Erfahrung oder formale Mitgliedschaft spielen keine Rolle. Wer mitmachen möchte, ist willkommen.

Einfach mal reinschnuppern – das ist ausdrücklich erwünscht. Wer länger bleibt, engagiert sich oft in Regionalgruppen oder Fachkreisen. Im Schnitt sind Mitglieder zwei bis drei Jahre aktiv. Das Onboarding ist niederschwellig organisiert: Regelmäßige Info-Sessions, persönliche Begleitung und individuelle Möglichkeiten zur Mitgestaltung sorgen für einen leichten

Lernen durch Erleben – das steckt im Programm

Der Workshop verfolgt das Motto „Shaping the Future“. Dahinter steckt mehr als ein schöner Claim. Es geht um Kompetenzaufbau, Führungsentwicklung und Persönlichkeitswachstum. Viele der Teilnehmenden sind Berufseinsteiger:innen, die erste Projektverantwortung übernehmen – oder bald übernehmen werden. Hier bekommen sie einen realistischen, motivierenden und praxisnahen Blick auf ihre Zukunft als Projektmanager:innen.

Highlight 1: Das Minimum Viable PMO

Ein zentrales Format des GPM GYCW ist der Workshop zum „Minimum Viable PMO“ (MV PMO). Dahinter steht die Idee, dass viele Project Management Offices zu groß geplant oder ineffizient umgesetzt werden. Das führt zu Frust – bei Stakeholdern wie Mitarbeitenden.

Die Lösung: Ein leichtgewichtiges, flexibles PMO, das schnell aufgesetzt, angepasst und genutzt werden kann. Entwickelt wurde das Konzept von einer Special Interest Group der GPM. In Berlin wird es in einem zweiteiligen Format vorgestellt – mit Input, Fallstudie und Workshop-Elementen. Ziel ist es, dass alle Teilnehmenden das Wissen direkt anwenden können – heute oder morgen im echten Berufsleben.

Highlight 2: Interaktives Lernen mit Fragetechniken

Gleich zu Beginn des Events steht eine Keynote von Kommunikationsexpertin Valerie Rapatz. Ihr Thema: „Die richtige Frage stellen.“ Was banal klingt, ist in der Praxis oft entscheidend. Gute Fragen verhindern Missverständnisse, klären Erwartungen und fördern echte Zusammenarbeit.

Im Anschluss an die Keynote gibt es einen praktischen Workshop. Hier geht es darum, die vorgestellten Fragetechniken selbst zu testen. Das Ziel: Effektiver kommunizieren – insbesondere im Projektkontext. Wer Projekte steuert, weiß: Die richtige Kommunikation ist oft der Schlüssel zum Erfolg.

Highlight 3: Outdoor-Escape für Teamspirit & Netzwerk

Auch das gehört zum festen Bestandteil des GYCW: eine halbtägige Outdoor-Aktivität im Escape-Room-Stil, quer durch Berlin. Diese Erlebnis-Komponente ist mehr als Spielerei. Sie schafft echte Begegnungen. Teams aus verschiedenen Ländern arbeiten gemeinsam an Aufgaben, lösen Rätsel und wachsen zusammen. Wer gemeinsam Herausforderungen meistert, bleibt in Kontakt – oft weit über das Event hinaus.

Internationalität – Herausforderung und Chance

Teilnehmer:innen aus Spanien, Südamerika oder Japan bringen Vielfalt ins Event. Das bringt Chancen, aber auch Herausforderungen mit sich. Die Kommunikation auf Englisch, das Verständnis unterschiedlicher Arbeitskulturen, die Abstimmung über Zeitzonen hinweg – all das erfordert Flexibilität.

Ein Beispiel: Die Anmeldung zum Event erfolgt international unterschiedlich schnell. Während einige Delegationen frühzeitig planen, kommen andere eher kurzfristig dazu. Für das Organisationsteam bedeutet das: agil bleiben, Verständnis haben, anpassungsfähig sein.

Auch das Rahmenprogramm wurde nicht ohne Stolpersteine geplant. Die Koordination mit der IPMA, Vertragsinhalte, internationale Abstimmungen – all das hat Zeit gekostet. Doch genau darin liegt der Lerneffekt: Wer ein solches Event plant, lernt projektübergreifend zu denken – und interkulturell zu handeln.

Ehrenamt mit Impact – persönlich, fachlich, beruflich

Was bringt es, sich in der Young Crew zu engagieren? Die Antwort fällt vielschichtig aus:

Fachlicher Mehrwert

Wer ein Event plant, arbeitet anders als im klassischen Projektalltag. Es gibt neue Prioritäten, andere Zeitlogiken, viele Unwägbarkeiten. Gerade für jemanden aus der Produktentwicklung – wie im Fall von Seraphim Sörgel – ist das eine echte Horizonterweiterung. Und: Viele Erfahrungen lassen sich als Analogie auf den Beruf übertragen.

Menschlicher Zugewinn

Noch größer ist oft der persönliche Gewinn. Das Netzwerk der Young Crew umfasst Menschen aus unterschiedlichsten Branchen, Regionen und Kulturen. Viele Freundschaften entstehen, oft über Landesgrenzen hinweg. Man wächst gemeinsam – und unterstützt sich.

Karriere-Booster

Und beruflich? Wer ehrenamtlich organisiert, sticht aus der Masse hervor. Man zeigt Engagement, Initiative und Leidenschaft. Das bleibt nicht unbemerkt. Oft ergeben sich daraus neue berufliche Optionen, Ideen oder Kontakte.

Learnings aus der Organisation – und der Blick nach vorn

Auch die Organisation eines solchen Events ist ein Lernfeld. Die größten Herausforderungen? Finanzierung, Ausfälle im Team, externe Rahmenbedingungen. In Berlin kommt zusätzlich der Berlin-Marathon ins Spiel – das bedeutet volle Straßen und schwierige Logistik.

Dennoch: Das Team bleibt fokussiert. Auch personelle Engpässe werden intern aufgefangen. Die Entscheidung, nicht kurzfristig jemand Neues ins Team zu holen, sondern bestehende Kapazitäten effizienter zu nutzen, war mutig – und zeigt den Teamgeist der Young Crew.

Wie wird der Erfolg des Events gemessen? Drei Punkte sind entscheidend:

  1. Teilnehmerzahl – sie beeinflusst auch die Finanzierung.
  2. Anzahl internationaler Gäste – je vielfältiger, desto wertvoller.
  3. Budgettreue – das Event soll kostenneutral ablaufen.

Nach dem Event ist vor dem Event: Bereits jetzt laufen die Vorbereitungen für das nationale Young Crew Event 2026. Dort sollen die Erfahrungen aus dem Berliner Workshop direkt einfließen.

Einfach ausprobieren – das ist der Appell

Am Ende steht die Einladung an alle jungen PM-Talente: Trauen Sie sich! Machen Sie mit!

Die Young Crew bietet eine Spielwiese für Experimente, Verantwortung und persönliches Wachstum – ohne Risiko, aber mit großem Lerneffekt. Sie dürfen Fehler machen. Sie dürfen wachsen. Sie dürfen gestalten. Es kostet nichts außer Zeit und Neugier – und das, was man zurückbekommt, ist oft unbezahlbar.

Seraphim Sörgel bringt es auf den Punkt: „Wir reden viel über Dinge – bei uns darf man einfach machen.“

🎧 Hören Sie rein! Das ausführliche Gespräch mit Seraphim Sörgel bietet viele weitere Insights und Beispiele: https://www.theprojectgroup.com/podcast-projektmanagement/global-young-crew-workshop-2025


Wenn Sie die nächste Folge unserer TPG Shorties nicht verpassen wollen, folgen Sie unserem LinkedIn-Profil. Schön wäre auch, wenn Sie unsere Inhalte in Ihrem Netzwerk weiterempfehlen (z.B. mit einem Like) 😊


📥 Download-Tipp: Kennen Sie schon „The PPM Paradise”? In diesem kostenlosen E-Book erfahren Sie, wie das „Paradies für ein unternehmensweites Projektumfeld“ aussehen könnte, in dem jede:r das beruhigende Gefühl hat, immer alles im Griff zu haben – völlig unabhängig von der Technologie. Hier direkt runterladen: https://www.theprojectgroup.com/data/Downloads_eBooks/TPG_PPM_Paradise_eBook_-_TPG_TheProjectGroup.pdf


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Change – für viele Unternehmen ist das heute Dauerzustand. Und doch: Veränderung bleibt oft anstrengend, unübersichtlich und emotional herausfordernd. Strategien scheitern, Mitarbeitende sind verunsichert, Führungskräfte überfordert.

Genau hier setzt das Buch „Der Wandel – Change ist auch nur ein Projekt“ an. Statt trockener Fachliteratur wählen die drei Autor:innen einen ganz anderen Weg: Sie kombinieren eine fesselnde Romanhandlung mit fundierter Analyse und echten Stimmen aus der Praxis. Im Zentrum steht dabei das magische Change-Dreieck – bestehend aus Projektmanagement, Führung und Powerskills. Ihre These: Change ist auch nur ein Projekt. Aber eben eines mit ganz besonderen Anforderungen.

Ich freue mich sehr, heute zwei der drei Autor:innen bei mir im Podcast begrüßen zu dürfen: Michaela Flick und Carsten Mende. Gemeinsam sprechen wir darüber, warum Veränderung oft so schwer fällt, wie man sie klüger gestaltet – und warum es sich lohnt, Change endlich als Projekt ernst zu nehmen.

Viel Spaß beim Zuhören!

⭐ ⭐ ⭐ ⭐ ⭐
Und noch eine Bitte zum Schluss: Wir freuen uns, wenn Sie unseren Podcast mit 5 Sternen Bewerten und in Ihrem Netzwerk weiterempfehlen. Vielen Dank!

Tina Ciotola


Mit Michaela Flick

Michaela Flick ist begeisterte Projektmanagerin, Trainerin und Autorin für ihre Herzensthemen Projektmanagement, Führung – und Change. Seit fast 25 Jahren trainiert und coacht sie Fach- und Führungskräfte und begleitet ihre Kunden in Projekten unterschiedlicher Art als Sparringspartnerin. Sie ist zudem Delegierte der GPM Deutsche Gesellschaft für Projektmanagement e.V. und Mitglied im Zertifizierungsbeirat der pm-ZERT. Es ist Michaela ein Anliegen, das Thema Projektmanagement mit allen Facetten in die Welt zu tragen mit besonderem Fokus auf den Bereich Powerskills! Als akademische Projektmitarbeiterin an der Hochschule Pforzheim unterstützt sie das Projekt TraFoNetz und macht dabei KMU in der Region fit in den Future Skills.

Hier geht es zum LinkedIn-Profil:
linkedin.com/in/michaela-flick

und Carsten Mende

Carsten Mende ist Projekt- und Veränderungsmanager aus Leidenschaft. Er hat zahlreiche Transformationsprojekte im HR-Bereich geleitet – von der Einführung neuer Systeme über den Aufbau von Shared Services bis zur Stabilisierung kritischer Prozesse. Sein Ansatz: komplexe Themen verständlich machen und in umsetzbare Strategien übersetzen, die Menschen wirklich mitnehmen. Als Brückenbauer zwischen HR, IT und Management sorgt er dafür, dass Veränderung nicht nur beschlossen, sondern auch gelebt wird.

Hier geht es zum LinkedIn-Profil:
linkedin.com/in/carsten-mende


Sprungmarken

00:00Intro 01:49Alles drin: Story, Know-how, Erfahrung 03:57Storytelling übersetzt wichtige Inhalte 10:49Change ist eben auch nur ein Projekt 14:04Typische Szene: die Mitarbeiterbefragung 16:53Das magische Change-Dreieck 18:44Die größten Schwächen in der Praxis 22:34Fokus PM-Kompetenzen – welche braucht es? 24:28Erfolgsfaktor Sichtbarkeit 27:29Was gibt es in puncto Führung zu beachten? 39:50Soft- bzw. Powerskills – warum sie so wichtig sind 42:11Viele Perspektiven: Die Interviews im Buch 43:55Kommunikationslücke Vision & Werte 50:16Fazit

Relevante Links / Downloads

Hier gehts zum Buch: https://www.linkedin.com/in/michaela-flick/?originalSubdomain=de oder über Amazon

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Podcast-Zusammenfassung:

Der Wandel – Change ist auch nur ein Projekt

Was Unternehmen aus dem Buch lernen können


Warum Change schwerfällt – und warum er trotzdem gelingen kann

Veränderung gehört heute zum Alltag von Unternehmen. Neue Technologien, ein dynamisches Marktumfeld und gesellschaftliche Trends machen es notwendig, Strukturen und Arbeitsweisen regelmäßig anzupassen. Doch obwohl Wandel unvermeidbar ist, löst er in vielen Organisationen Stress aus: Strategien scheitern, Mitarbeitende sind verunsichert und Führungskräfte geraten unter Druck.

Genau hier setzt das Buch „Der Wandel – Change ist auch nur ein Projekt“ von Michaela Flick, Matthias Flick und Carsten Mende und an. Ihr Ansatz ist ungewöhnlich: Statt trockener Fachliteratur kombinieren sie eine fesselnde Romanhandlung mit praxisnahen Analysen und Interviews. Der Roman dient dabei als Transportmittel für die zentralen Botschaften: Geschichten helfen, die Dynamiken, Stolpersteine und Erfolgsfaktoren von Veränderungsprozessen erlebbar zu machen.

Teil 1: Change ist ein Projekt – aber kein gewöhnliches

Die zentrale Botschaft lautet: „Change ist auch nur ein Projekt“. Was zunächst simpel klingt, verändert die Sicht auf Veränderung grundlegend. Erfolgreiche Change-Initiativen brauchen dieselbe Sorgfalt wie klassische Projekte: klare Ziele, definierte Rollen, ein strukturierter Ablauf und transparentes Erwartungsmanagement.

Doch Veränderungsprojekte unterscheiden sich in einem entscheidenden Punkt: Sie betreffen Menschen. Während klassische Projekte meist Prozesse oder Technologien verändern, geht es hier um Gewohnheiten, Arbeitsweisen und oft sogar um das Selbstverständnis der Mitarbeitenden. Das macht Change emotional. Angst vor Neuem, Unsicherheit über die eigene Rolle und Sorgen um den Arbeitsplatz gehören zu den größten Blockaden.

Im Podcast wird deutlich, dass diese emotionale Dimension häufig unterschätzt wird. Viele Projekte scheitern nicht an Technik oder Budget, sondern an mangelnder Akzeptanz.

Tipp: Planen Sie Change-Projekte mit derselben Professionalität wie technische Projekte – berücksichtigen Sie aber gezielt die Bedürfnisse, Sorgen und Motivationen der Beteiligten.

Teil 2: Das magische Dreieck des Change-Erfolgs

Das Buch führt das Konzept des „magischen Change-Dreiecks“ ein. Es zeigt, dass erfolgreicher Wandel nur gelingt, wenn drei Dimensionen bewusst zusammenspielen:
Projektmanagement, Führung und Power Skills.

1. Projektmanagement: Struktur schafft Orientierung

Change erzeugt Unsicherheit. Menschen wollen wissen: Warum passiert das? Was ändert sich für mich? Welche Schritte folgen wann? Ein strukturiertes Projektmanagement gibt Antworten und schafft Vertrauen.

Ein zentrales Element ist das Stakeholder-Management. Zu oft werden Betroffene erst spät informiert oder gar nicht eingebunden. Das erzeugt Widerstände und Gerüchte. Erfolgreiche Change-Projekte analysieren frühzeitig, wer betroffen ist, welche Interessen es gibt und wo Unterstützung oder Blockaden zu erwarten sind.

Ein weiteres wichtiges Thema ist die Definition von Erfolg. Häufig gibt es unterschiedliche Perspektiven: Für die Geschäftsführung bedeutet Erfolg vielleicht Kostensenkung, für Teams dagegen Stabilität oder bessere Zusammenarbeit. Werden diese Unterschiede nicht früh besprochen, entstehen Missverständnisse und Konflikte.

Tipp: Erstellen Sie zu Beginn eine Stakeholder-Landkarte und definieren Sie Erfolgskriterien gemeinsam. Transparenz verhindert Reibungsverluste und schafft Sicherheit.

2. Führung: Orientierung statt Mikromanagement

Führung ist der Hebel für erfolgreichen Change – und zugleich eine der größten Herausforderungen. Im Podcast wird deutlich, dass viele Führungskräfte in zwei typische Muster verfallen: Mikromanagement und Willkürentscheidungen.

Mikromanagement lähmt die Eigenverantwortung. Wer jede Entscheidung kontrolliert, erstickt Innovation und Demotivation ist vorprogrammiert. Genauso schädlich sind Willkürentscheidungen: Projekte werden nach Sympathie besetzt, nicht nach Kompetenz. Das führt zu Ungleichgewicht und ineffizienten Teams.

Erfolgreiche Führung im Change bedeutet, den Rahmen zu setzen, Ziele klar zu kommunizieren und gleichzeitig Freiräume für eigenständige Lösungen zu geben. Es geht darum, Orientierung zu schaffen – ohne die Mitarbeitenden ihrer Verantwortung zu berauben.

Tipp: Fokussieren Sie sich als Führungskraft auf das Was und Warum – und lassen Sie das Wie in den Händen der Teams. Vertrauen ist der Motor erfolgreicher Veränderung.

3. Power Skills: Kommunikation, Haltung und Mut

Die Autoren sprechen bewusst von Power Skills statt „Soft Skills“. Fähigkeiten wie Kommunikation, Empathie, Konfliktlösung und Motivation sind keine „weichen“ Faktoren – sie sind der Schlüssel zum Erfolg.

Besonders wichtig ist die eigene Haltung: Führungskräfte müssen wissen, wofür sie stehen und welche Werte ihr Handeln prägen. Diese Klarheit sorgt für Authentizität und Glaubwürdigkeit.

Mut ist ein weiterer zentraler Erfolgsfaktor. Change bedeutet Unsicherheit, und diese lässt sich nur meistern, wenn Führungskräfte und Mitarbeitende bereit sind, Risiken einzugehen, Fehler einzugestehen und Neues auszuprobieren.

Tipp: Schulen Sie gezielt Power Skills – nicht nur bei Führungskräften, sondern in allen Teams. Reflexion, Feedback und Coaching helfen, Klarheit und Selbstvertrauen zu entwickeln.

Teil 3: Typische Stolpersteine – und wie man sie überwindet

Im Podcast werden mehrere Faktoren genannt, die Change-Projekte regelmäßig ausbremsen. Diese lassen sich in drei zentrale Bereiche unterteilen:


1. Silo-Denken blockiert Zusammenarbeit

Einer der größten Bremsfaktoren ist das Silo-Denken. Abteilungen verfolgen eigene Ziele, tauschen Informationen nur selektiv aus und arbeiten aneinander vorbei. Besonders in Veränderungsprozessen verstärkt das Unsicherheiten und Konflikte.

Der Podcast zeigt: Erfolgreiche Unternehmen setzen von Anfang an auf bereichsübergreifende Teams. Unterschiedliche Perspektiven werden bewusst genutzt, um bessere Lösungen zu entwickeln und breitere Akzeptanz zu schaffen.

Tipp: Fördern Sie interdisziplinäre Zusammenarbeit, indem Sie gemeinsame Ziele definieren und den Austausch über Abteilungsgrenzen hinweg aktiv gestalten.

2. Fehlende Übersetzung der Strategie

Visionen, Mission Statements und große Ziele sind wichtig – verlieren aber ihre Wirkung, wenn sie nicht „übersetzt“ werden. Für Mitarbeitende bleiben viele Change-Initiativen abstrakt, weil sie nicht wissen, was diese für ihren Alltag bedeuten.

Ein Beispiel aus dem Podcast: Wenn Unternehmen Sparmaßnahmen ankündigen, ist das für Mitarbeitende zunächst nur ein Schlagwort. Wird jedoch erklärt, dass Investitionen in eine neue Lösung langfristig Kosten sparen, sinken Ängste und Widerstände.

Tipp: Brechen Sie strategische Ziele konsequent auf die Ebene der Teams herunter. Erst wenn Mitarbeitende die Auswirkungen verstehen, entsteht echte Akzeptanz.

3. Fehlendes Projektmarketing

Change braucht Sichtbarkeit. Projekte, die nicht aktiv kommuniziert werden, verlieren schnell an Bedeutung. Häufig scheitert es daran, dass Erfolge nicht gezeigt, Fortschritte nicht geteilt und Meilensteine nicht gefeiert werden.

Der Podcast betont, dass gutes Projektmarketing kein Selbstzweck ist. Es stärkt die Motivation, vermittelt Sinn und hilft, Ressourcen zu sichern.

Tipp: Erzählen Sie die Geschichte Ihres Change-Projekts. Kommunizieren Sie Fortschritte regelmäßig und machen Sie Erfolge sichtbar – auch kleine.

Teil 4: Führung im Spannungsfeld zwischen Strategie, Emotion und Umsetzung

Führungskräfte im Change haben eine anspruchsvolle Aufgabe: Sie müssen strategisch denken, emotionale Dynamiken managen und konkrete Ergebnisse liefern. Dieses Spannungsfeld wird oft als Überforderung wahrgenommen, ist aber genau der Kern guter Führung.

Ein zentraler Erfolgsfaktor ist Selbstreflexion. Wer die eigene Haltung kennt, trifft bessere Entscheidungen und kann authentisch kommunizieren. Coaching ist hier kein Zeichen von Schwäche, sondern ein wertvolles Sparring, um blinde Flecken aufzudecken und neue Perspektiven einzunehmen.

Tipp: Investieren Sie bewusst Zeit in Selbstreflexion. Gute Führung entsteht nicht durch Aktionismus, sondern durch Klarheit – über sich selbst und die eigene Rolle.

Teil 5: Selbstwirksamkeit als Schlüssel

Der vielleicht wichtigste Gedanke des Podcasts lautet: Change gelingt nur, wenn alle Beteiligten Verantwortung übernehmen.

Statt passiv auf Anweisungen von oben zu warten, geht es darum, aktiv mitzugestalten. Eigeninitiative, Beteiligung und das Gefühl von Selbstwirksamkeit sind entscheidend. Oder wie es im Podcast heißt: „Ändere nicht das Spiel, lerne es zu beherrschen.“

Tipp: Fördern Sie eine Kultur, in der Mitarbeitende sich als aktive Gestalter begreifen. Geben Sie Freiräume, Verantwortung und Entscheidungsbefugnisse.

Fazit: Change ist kein Sprint, sondern eine gemeinsame Reise

Der Podcast macht deutlich: Change ist komplex, aber kein Hexenwerk. Mit klaren Strukturen, empathischer Führung und starken Power Skills lassen sich Veränderungen erfolgreich gestalten.

Das Buch zeigt, wie Geschichten helfen, Herausforderungen besser zu verstehen und Handlungsempfehlungen praxisnah zu vermitteln. Die drei Autoren haben eine einzigartige Perspektive auf Change entwickelt, die Theorie und Praxis geschickt verbindet.

Change ist eben auch nur ein Projekt – eines, das uns alle betrifft. Wer die Menschen in den Mittelpunkt stellt, wird nicht nur den Wandel managen, sondern ihn aktiv gestalten.


Weitere PPM-Infos

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